Kühnengruß oder sechs Bier bei FPÖ-Parteitag?
Auf einem Bild im Fotoarchiv der FPÖ-Homepage sollen einige Musiker kollektiv "die Hand zum Kühnengruß erheben".

Foto © http://www.fpoe.at/Die Gstanzl-Sänger vom FPÖ-Parteitag - zu sehen auf der FP Homepage
Mitten in der "Hetze"-Debatte und Empörung über
jüngste Aussagen des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf hat
die Sozialistische Jugend eine neuen Vorwurf gegen die FPÖ erhoben.
SJ-Vorsitzender Wolfgang Moitzi verwies in einer Aussendung am
Mittwoch auf ein Bild im Fotoarchiv der FPÖ-Homepage, auf dem einige
Musiker kollektiv "die Hand zum Kühnengruß erheben". Wie schon in der
Foto-Affäre um Parteichef Heinz-Christian Strache brachte die FPÖ die
Geste auf APA-Anfrage mit einer Bierbestellung in Zusammenhang.
Der Kühnengruß gilt als eine Abwandlung des Hitlergrußes. Dabei
wird der rechte Arm mit drei gespreizten Fingern gestreckt. In
Österreich ist der Gruß im Gegensatz zu Deutschland nicht verboten.
In der Affäre um Fotos von wehrsportähnlichen Übungen Straches war
auch ein Foto aufgetaucht, das den FPÖ-Chef in ähnlicher Weise zeigt.
Er sprach damals davon, drei Bier bestellt zu haben.
Doch nur sechs Bier?
Offenbar in Anspielung darauf ist die Aktion der Musiker in Linz
zu verstehen. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl erklärte gegenüber
der Austria Presse Agentur am Mittwoch, diese hätten ein Lied mit den Worten beendet:
"Grüß Gott Lutz Weinzinger (Oberösterreichs Landesparteichef, Anm.).
Wir flehen zu Dir, stehen da wie der Strache. Geh zahl uns sechs
Bier."
"Unerträglicher Skandal".
Für Moitzi sind damit die "Beschwichtigungen" der FPÖ in der
Vergangenheit nicht ernst zu nehmen: "Hier kann die FPÖ keinesfalls
mehr argumentieren, dass sich die Herren drei Bier bestellen, denn
wäre dem so, könnten die Musikgruppe wohl keine musikalische
Umrahmung mehr anbieten", so Moitzi, der von einem "unerträglichen
Skandal" sprach.
"Linke Radaubrüder".
FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky wies wiederum den Vorwurf
zurück, Jugendliche hätten bei einer FPÖ-Wahlveranstaltung in Graz
die Hand zum "Hitler-Gruß" gehoben. Auf dem Video könne man "deutlich
erkennen und hören", dass die Jugendlichen "linken Radaubrüdern"
gestikulierend "Hasta la vista" zurufen.












