Wieder brutaler Angriff auf Roma in Ungarn
Der Täter drang ins Haus einer Roma-Familie ein und fügte einem schlafenden Ehepaar mit einer Rasierklinge schwere Verletzungen zu. Bei Angriffen auf Roma starben in den letzten eineinhalb Jahren schon sieben Menschen.

Foto © AP
Die Serie von Angriffen auf Angehörige der Roma-Volksgruppe in Ungarn reißt nicht ab. In der Nacht auf Mittwoch drang ein Täter im ostungarischen Abadszalok in das Haus einer Roma-Familie ein und fügte einem schlafenden Ehepaar - einem 27-Jährigen und einer 26-Jährigen - schwere Schnittverletzungen an Hals, Brust und Beinen zu. Das zwischen den Eltern schlafende Kind wurde nicht verletzt.
Rasierklinge.
Der Täter soll ersten Erkenntnissen zufolge eine Rasierklinge benutzt haben. Andere Bewohner des Hauses konnten den Täter überwältigen, der dabei selbst verletzt wurde und ebenfalls in ein Spital eingeliefert werden musste. Laut Laszlo Rostas, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Roma, kannten die Opfer den 46-jährigen Täter, der schon des öfteren "Drohungen gegen Roma ausgesprochen hat".
Verfahren wegen Mordversuch.
Gegen den Mann wird ein Verfahren wegen Mordversuchs eingeleitet, erklärte die Sprecherin des Polizeipräsidiums des Komitats Jasz-Nagykun-Szolnok, Zita Szabo, im Sender Inforadio. Die Frage, ob die Tat einen rassistischen Hintergrund habe, wurde von der Polizeisprecherin vorerst nicht beantwortet.
Features
Fakten
Angesichts der serienweisen Angriffe auf die ungarischen Roma, bei denen in den vergangenen eineinhalb Jahren sieben Menschen starben, setzte die Polizei eine Fahndungseinheit von 100 Polizisten ein. Die Volksgruppe stellt mit rund 700.000 Angehörigen die größte Minderheit in Ungarn.












