Lage im Punjab nach Sikh-Unruhen normalisiert
Drei Tage nach dem Anschlag auf zwei Sikh-Prediger in Wien hat sich die Lage in ihrer nordindischen Heimatregion Punjab wieder normalisiert. In der Nacht auf Mittwoch gab es keine gewaltsamen Vorfälle. Die für Jalandhar und vier weitere Städte verhängte Ausgangssperre sollte gelockert werden und die indische Eisenbahn wollte den Zugsverkehr nach einer zweitägigen Unterbrechung wieder aufnehmen.
Die Unruhen hatten am Sonntagabend (Ortszeit) begonnen, als die Nachricht vom Anschlag auf den Glaubensführer Sant Niranjan Dass und den Prediger Sant Rama Nand (Anand) bekanntwurde. Hunderte Anhänger der beiden Prediger, vor allem Dalits (Unberührbare) begannen mit Straßenblockaden, demolierten dutzende Autobusse und Zuggarnituren, Tankstellen und Fabriken. Die indische Handels- und Industriekammer bezifferte den Schaden durch die Unruhen auf 60 bis 70 Mrd. Rupien (903 bis 1.053 Mrd. Euro), drei Menschen kamen durch Schüsse der Sicherheitskräfte ums Leben und Dutzende wurden verletzt. Der lokale Internetdienst "Punjab Newsline" berichtete sogar von fünf Toten durch die Gewalt.
Bei der Schießerei in einem Sikh-Gebetshaus in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus war am Sonntag der Anführer einer hauptsächlich von Dalits (Unberührbaren) getragenen Glaubensrichtung Dera Sach Khand, Sant Niranjan Dass, schwer verletzt worden. Der ihn begleitende Prediger Sant Rama Nand (Anand) erlag in der Nacht auf Montag seinen schweren Verletzungen. Urheber des Blutbads waren offenbar orthodoxe Sikhs, die mit den religiösen Ansichten der beiden Prediger nicht einverstanden waren.












