Atommülllager: Scharfe Kritik aus Oberösterreich
Scharfe Kritik der Parteien hat es an den am Dienstag bekanntgewordenen Plänen der tschechischen Regierung, ein Atommülllager nahe der oberösterreichischen Grenze in Erwägung zu ziehen, gehagelt.

Foto © APATemelin rückt wieder einmal in die Schlagzeilen
Landeshauptmann Josef Pühringer (V) kündigte in einer Presseaussendung entschiedenen Widerstand Oberösterreichs an. Auch Landesrat Rudi Anschober (G), FPÖ-Klubobmann Günther Steinkellner und BZÖ-Landesobmann-Stellvertreter Max Walch sprachen sich gegen die Pläne der Prager Regierung aus.
Fakten
Walch forderte konkret eine Völkerrechtsklage Österreichs gegen Tschechien. Temelin müsse geschlossen werden, dann brauche man auch kein Endlager für den Abfall.
Keine Informationen.
Pühringer zeigte sich verärgert, dass das offizielle
Oberösterreich über derartige, offensichtlich schon weit
fortgeschrittene Pläne aus den Medien erfahren müsse. "Das hat mit
guter Nachbarschaft im vereinten Europa des 21. Jahrhunderts nichts
zu tun". Atommüll sei im Dreiländereck völlig undenkbar, da gerade
der Böhmerwald als Tourismusregion ausgebaut wird und das Land
Oberösterreich in diesem Bereich viel investiert hat. "Wir werden auf
grenzüberschreitenden Widerstand setzen, wie ihn der Bürgermeister
von Oberplan bereits angeregt hat", so der Landeshauptmann.
Pläne am Leben erhalten.
Landesrat Anschober deutet die Pläne vor allem als Versuch, die
tschechischen Atompläne für Temelin Drei und Vier am Leben zu
erhalten. Ohne Entsorgungsoption werde es mit Sicherheit keine
Genehmigung geben. Er appellierte daher an die Bundesregierung, rasch
Protest einzulegen und aktiv zu werden. "Das Verhindern des
Atomlagers ist der Schlüssel zum Stopp des gesamten Atomprogramms
Tschechiens", so Anschober.
Features
Kritik
Auch FPÖ-Klubobmann Günther Steinkellner wandte sich in seiner Aussendung an die Bundesregierung: "Ich erwarte mir, dass diese sich nicht wieder denkt: 'Temelin ist weit, was schert uns das in Wien'".












