Kärntner Polit-Beamte als Mehrfachverdiener
Der öffentliche Dienst ist deutlich politik-freundlicher als die Privatwirtschaft. So kann BZÖ-Mann Adolf Stark Gehälter als Bürgermeister, Abgeordneter und Polizist zugleich beziehen.
Der steirische SPÖ-Nationalrat Christian Faul wird sich in Zukunft genau überlegen, was er sagt. Nicht nur, dass er für die Beschimpfung seines BZÖ-Kollegen Gerald Grosz ("Kleines Hirn, große Papp?n") öffentlich Abbitte leisten musste. Nein, Grosz revanchierte sich auch noch und entlarvte Faul als Doppelkassierer, der neben seinem Parlamentarier-Gehalt eine schöne Gage als Schuldirektor bezieht – bei geringem Aufwand.
Diskussion.
Jenseits der Pack ist der Fall Faul Anlass für heftige Debatten. Und in Kärnten? Vergangene Woche sorgte der Klagenfurter SPÖ-Stadtrat Manfred Mertel für Schlagzeilen, weil er halbtags in der Landesregierung arbeitet. Beide Tätigkeiten seien vereinbar, beteuert Mertel und bittet um Verständnis: Da es keine Politikerpension gibt, müsse er solcherart für den Ruhestand vorsorgen.
Stark: Drei Gehälter.
Doch Mertel ist nicht der einzige Politiker, der neben seiner politischen Tätigkeit eine flexible Arbeitszeitlösung gefunden hat. Was auffällt: Es handelt sich stets um Volksvertreter aus dem öffentlichen Dienst. Denn nur das Beamtengesetz berechtigt zur individuellen Karenzierung für die Dauer einer Polit-Karriere.
So ist der BZÖ-Mann Adolf Stark Landtagsabgeordneter, Bürgermeister von Maria Wörth und arbeitet halbtags als Polizist: "50 Prozent der Zeit sitze ich auf meiner Dienststelle", erzählt er. Auch er nennt seine Tätigkeit bei der Exekutive als Pensionsvorsorge. Freilich: Andere Parlamentarier müssen ebenfalls aus der Privatkasse vorsorgen.
Gehalt gekürzt.
Auch Starks Parteifreund und Polizei-Kollege Gerald Grebenjak geht in reduziertem Ausmaß auf Streife. "Mein Gehalt wurde bei der Angelobung automatisch auf 75 Prozent gekürzt. Nun überlege ich, ob ich auf 50 Prozent heruntergehe."













