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  • 29. Juli 2014 18:51 Uhr | Als Startseite
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    Zuletzt aktualisiert: 26.05.2009 um 06:59 UhrKommentare

    Kärntner Polit-Beamte als Mehrfachverdiener

    Der öffentliche Dienst ist deutlich politik-freundlicher als die Privatwirtschaft. So kann BZÖ-Mann Adolf Stark Gehälter als Bürgermeister, Abgeordneter und Polizist zugleich beziehen.

    Der steirische SPÖ-Nationalrat Christian Faul wird sich in Zukunft genau überlegen, was er sagt. Nicht nur, dass er für die Beschimpfung seines BZÖ-Kollegen Gerald Grosz ("Kleines Hirn, große Papp?n") öffentlich Abbitte leisten musste. Nein, Grosz revanchierte sich auch noch und entlarvte Faul als Doppelkassierer, der neben seinem Parlamentarier-Gehalt eine schöne Gage als Schuldirektor bezieht – bei geringem Aufwand.

    Diskussion. Jenseits der Pack ist der Fall Faul Anlass für heftige Debatten. Und in Kärnten? Vergangene Woche sorgte der Klagenfurter SPÖ-Stadtrat Manfred Mertel für Schlagzeilen, weil er halbtags in der Landesregierung arbeitet. Beide Tätigkeiten seien vereinbar, beteuert Mertel und bittet um Verständnis: Da es keine Politikerpension gibt, müsse er solcherart für den Ruhestand vorsorgen.

    Stark: Drei Gehälter. Doch Mertel ist nicht der einzige Politiker, der neben seiner politischen Tätigkeit eine flexible Arbeitszeitlösung gefunden hat. Was auffällt: Es handelt sich stets um Volksvertreter aus dem öffentlichen Dienst. Denn nur das Beamtengesetz berechtigt zur individuellen Karenzierung für die Dauer einer Polit-Karriere. So ist der BZÖ-Mann Adolf Stark Landtagsabgeordneter, Bürgermeister von Maria Wörth und arbeitet halbtags als Polizist: "50 Prozent der Zeit sitze ich auf meiner Dienststelle", erzählt er. Auch er nennt seine Tätigkeit bei der Exekutive als Pensionsvorsorge. Freilich: Andere Parlamentarier müssen ebenfalls aus der Privatkasse vorsorgen.

    Gehalt gekürzt. Auch Starks Parteifreund und Polizei-Kollege Gerald Grebenjak geht in reduziertem Ausmaß auf Streife. "Mein Gehalt wurde bei der Angelobung automatisch auf 75 Prozent gekürzt. Nun überlege ich, ob ich auf 50 Prozent heruntergehe."

    WOLFGANG RÖSSLER

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