Südkoreaner erwiesen Ex-Präsident Roh letzte Ehre
Mit großer Betroffenheit hat Südkorea auf den Selbstmord des früheren Präsidenten Roh reagiert. Der 62-Jährige, der sich aus einfachen Verhältnissen an die Staatsspitze emporgearbeitet und in seiner Amtszeit die Aussöhnung mit Nordkorea vorangetrieben hatte, nahm sich am Samstag aus Verzweiflung über seine Verwicklung in einen Korruptionsskandal das Leben.
Roh stürzte sich in der Nähe seines Landhauses von einer Klippe rund hundert Meter in die Tiefe. In einem Abschiedsbrief erklärte er: "Was mir für den Rest des Lebens geblieben ist, ist nur eine Bürde für andere. Seid nicht traurig. Sind Leben und Tod nicht beide Teil der Natur?"
Der 62-Jährige wurde nach dem Sturz nahe dem Dorf Bongha mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus der Hafenstadt Busan eingeliefert, wo er aber nach Angaben von Mitarbeitern wenig später starb. Schon am ersten Tag nach Rohs Tod pilgerten mehr als 13.000 Trauernde zum Heimatdorf des populären Politikers, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.
Gegen Roh wurde ermittelt, weil er während seiner Amtszeit mehr als sechs Millionen Dollar von einem Geschäftsmann angenommen haben soll. Ende April wurde er 13 Stunden lang von der Staatsanwaltschaft vernommen und wirkte deswegen tief beschämt. Roh räumte ein, dass der Unternehmer seiner Frau eine Million Dollar gegeben hatte. Weitere fünf Millionen Dollar gingen demnach an einen Verwandten. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass das Geld letztlich bei Roh landete.
Roh hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte. Es wird auch gegen mehrere frühere Mitarbeiter und Vertraute von Roh ermittelt, weil sie Geld von dem Unternehmer angenommen haben sollen.













