Bub droht nach Eklat in Auschwitz Schul-Ausschluss
Nach kolportierten antisemitischen Aussagen und Störaktionen einzelner Wiener Schüler während eines Besuchs im ehemaligen KZ Auschwitz Ende April zieht der Stadtschulrat nun Konsequenzen: Konkret droht einem Schüler der Schul-Ausschluss. Bei einer heutigen Disziplinarkonferenz werde der entsprechende Antrag gestellt, teilte Stadtschulratpräsidentin Brandsteidl am Dienstag mit.
Der betroffene Schüler sei auch handgreiflich gegenüber einem Kollegen geworden, begründete Brandsteidl die behördlichen Schritte. Ein Ausschluss, über den die Konferenz noch heute entscheiden soll, gilt als sehr wahrscheinlich. Bei den gegenüber fünf weiteren Schülern ausgesprochenen "Rügen" handle es sich um eine "Strafe mit zweiter Chance", erklärte Brandsteidl-Sprecher Meissner. Diese ziehe abgesehen von einem Vermerk vorerst keine Konsequenzen nach sich.
Für die drei mitgereisten Lehrer wird es zu keinen dienstrechtlichen Sanktionen kommen, da laut Stadtschulrat Versäumnisse bei der Wahrnehmung der Aufsichtspflicht nicht nachgewiesen werden konnten. "Sehr wohl aber wird es zu einer Belehrung der Lehrer kommen, da wir zur Ansicht gekommen sind, dass die Reise nicht optimal vorbereitet wurde", so Brandsteidl. Hier werde sich der Landesschulinspektor die betroffenen Lehrer in einem Vier-Augen-Gespräch "zur Brust nehmen", präzisierte Meissner. Dies werde auch im Personalakt vermerkt.
Berichte des Veranstalters, des Vereins Morah, wonach Aussagen wie "Die Juden gehören einfach vergast" gefallen seien, konnten laut Präsidentin nicht verifiziert werden. Problematische Aussagen wie "Auf ins KZ" oder "Was ist der Grund, warum Juden über 3.000 Jahre verfolgt wurden?" seien jedoch festgehalten worden. Für die Erstellung des Prüfberichts wurden alle 44 teilnehmenden Schüler sowie die drei Lehrer befragt.












