Finnen: Berlusconi Schande für Italien und Europa
Das Match zwischen dem italienischen Premier Silvio Berlusconi und Finnland geht wohl in die nächste Runde. Am Wochenende machte die Partei des finnischen Regierungschefs Matti Vanhanen, die Zentrumspartei, die jüngsten "Scherze" Berlusconis auf Kosten Finnlands zum Gegenstand ihrer EU-Wahlkampagne.
Der "Corriere della Sera" berichtete darüber und Finnlands Ex-Außenminister Erkki Tuomioja schrieb in sein Internet-Tagebuch, Berlusconi sei eine Schande für Italien sowie für Europa und nannte ihn in einem Atemzug mit der von der EU und den USA nach wie vor als terroristisch eingestuften palästinensischen Regierungspartei Hamas.
Die Reaktionen beziehen sich auf Aussagen Berlusconis, die dieser vergangene Woche bei einem Besuch in Rom machte. Er machte sich vor laufender Kamera über den Stolz der Finnen auf ihre Holzkirchen lustig und meinte, er liebe dennoch alle Finnen und Finninnen, letztere unter der Voraussetzung, dass sie volljährig seien. Die Bemerkungen bekamen viele Finnen erneut in die falsche Kehle, insbesondere als die "Fehde" zwischen Berlusconi und dem nordeuropäischen Land eine längere Vorgeschichte hat.
Der Mailänder "Corriere della Sera" machte daraus am Sonntag einen Artikel. Am selben Tag zog der finnische Ex-Außenminister Erkki Tuomioja in seinem Internet-Tagebuch ungewöhnlich hart mit Berlusconi ins Gericht: Er bezeichnete darin den italienischen Regierungschef als "Schande nicht nur für Italien, sondern für ganz Europa".
Als größeres Problem beschreibt Tuomioja allerdings die Art, wie Berlusconi mit Hilfe seines Vermögens und seiner politischen und "erschreckend weitreichenden" medialen Machtposition wiederholt Anklagen wegen Korruption und anderen Gesetzesbrüchen im Sand verlaufen lässt.












