Sarkozy und Merkel gegen EU-Mitgliedschaft Türkeis
Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy haben eindringlich vor einem Europa ohne Grenzen gewarnt und einer EU-Mitgliedschaft der Türkei eine klare Absage erteilt. Es mache keinen Sinn, wenn die EU um immer mehr Mitglieder erweitert werde, aber nicht mehr handlungsfähig sei, sagte Merkel am Sonntag bei einem deutsch-französischen Jugendtreffen der CDU in Berlin.
Merkel plädierte erneut für eine privilegierte Partnerschaft der EU mit Ankara statt einer Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union. Sarkozy, der an dem Treffen der Jungen Union und der französischen Partnerorganisation JP am Abend ebenfalls teilnahm, betonte, ein Europa ohne Grenzen werde ein Europa ohne Werte sein. Der "Bild am Sonntag" sagte er: "Wir brauchen ein gut organisiertes Europa. (... ) Das heißt aber auch, dass wir uns nicht grenzenlos erweitern können. Wir sollten der Türkei nicht weiter leere Versprechungen machen."
Als Alternative schlug Sarkozy einen "großen, gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraum" vor. Ein solches Konzept könne auch Russland vorgeschlagen werden. Merkel betonte, die EU wolle sich zwar auch in Richtung Osten nicht abschotten. Sie müsse aber arbeitsfähig bleiben. Wer mehr wolle, müsse auch kooperieren.
Sarkozy unterstützte die Forderung Berlins nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. "Die Welt braucht Deutschland", sagte er. Nach den Worten von Sarkozy muss Europa beim Kampf gegen den Klimawandel führend sein. Es gehe darum, dass auch China, Indien, Brasilien und die USA Verantwortung übernehmen, um das globale Gleichgewicht zu erhalten.












