Polnischer Geheimdienstagent spurlos verschwunden
Bei Polens Geheimdiensten herrscht Alarmstufe Rot: Ein Chiffrierer des Militärnachrichtendienstes ist spurlos verschwunden. Seit einem Monat sind Geheimdienste und Polizei erfolglos auf der Suche nach dem 52-jährigen Fähnrich Stefan Zielonka, der die geheimsten Geheimnisse der Nachrichtendienste kennt. Ermittler schließen bis zum Geheimnisverrat und Tod kein Szenario aus.
Laut der Tageszeitung "Dziennik" kennt Zielonka, der seit 20 Jahren bei den Diensten tätig ist, Decknamen von Offizieren in Ausland sowie Informanten, lokale Geheimdienstkontakte und Aufklärungsprozeduren. Er verfügt demnach auch über detailliertes Wissen aus dem Nachrichtenverkehr der NATO. "Bitte um Verständnis. Kein Kommentar", reagierte Verteidigungsminister Klich auf Fragen von "Dziennik". Auch der Militärgeheimdienst wollte keine offizielle Stellungnahme abgeben.
Die Polizei bestätigte lediglich die Suchaktion. Zielonka hatte am 12. oder 13. April seine Wohnung verlassen und ist seither spurlos verschwunden. Medien zufolge liegt eine relativ große Geldsumme auf seinem Bankkonto. Das Worst-Case-Szenario lautet, dass Zielonka Geheimnisse verraten hat und von einem ausländischen Nachrichtendienst ins Ausland gebracht wurde. "Das wäre lebensgefährlich für Agenten, Soldaten und ihre Quellen in Ausland", erklärte ein hochrangiger Geheimdienstoffizier, der anonym bleiben wollte.











