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Zuletzt aktualisiert: 02.05.2009 um 10:04 UhrKommentare

Viele Verletzte bei Mai-Krawallen in Berlin

Bei den Mai-Demos in Berlin mit rund 5.000 Teilnehmern sind zahlreiche Randalierer festgenommen worden. Die Randale waren heftiger als in den vergangenen Jahren - es gab Verletzte und Bewusstlose. Demonstranten warfen Farbeier auf das deutsche Finanzministerium.

Foto © AP

Bei Krawallen im Berliner Stadtteil Kreuzberg sind in der Nacht auf Samstag Dutzende Randalierer und Polizisten zum Teil schwer verletzt worden. Es habe viele Festnahmen gegeben, sagte ein Polizeisprecher, ohne genaue Zahlen zu nennen. Ausgangspunkt der stundenlang immer wieder aufflammenden Ausschreitungen war eine sogenannte Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration linker Gruppen, bei der Randalierer bereits am frühen Abend zwei Polizeiautos stark beschädigten und Steine und Flaschen auf die Beamten warfen.

Tränengas-Einsatz. Danach errichteten sie an mehreren Stellen Barrikaden und entzündeten auf den Straßen Feuer. Auch Brandsätze wurden auf die Polizisten geworfen. Diese reagierten, indem sie Pfefferspray und Tränengas gegen die Demonstranten einsetzten.

Bewusstlose und Verletzte. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Randale heftiger gewesen, sagte ein Polizeisprecher. In den vergangenen Jahren setzten diese meist erst mit Beginn der Dunkelheit ein, in diesem Jahr deutlich früher. Die Ärzte mussten vor allem klaffende Kopfwunden behandeln. Einige Demonstranten waren bewusstlos. Auch zahlreiche Polizisten wurden verletzt.

Schwarzer Block. Die Demonstration unter dem Motto "Kapitalismus ist Krieg und Krise", an der nach Polizeiangaben 5.000 Menschen teilnahmen, wurde vorzeitig beendet - unter anderem, weil Demonstranten gegen das Vermummungsverbot verstoßen hatten. Zuvor hatten Randalierer zudem eine Tankstelle angegriffen und eine Bushaltestelle zerstört. Der als besonders militant geltende Schwarze Block war dieses Mal mit rund 400 Leuten besonders stark vertreten.

Farbeier. Am Nachmittag hatten Demonstranten mehrere Dutzend Farbeier auf das deutsche Finanzministerium geworfen. Die Eier wurden aus einem Demonstrationszug herausgeschleudert, an dem nach Polizeiangaben rund 1.800 Personen teilnahmen. Die Veranstalter sprachen von etwa 4.000 Demonstranten.

Basketball-Turnier. Befürchtete Ausschreitungen blieben dagegen beim Basketball-Final-Four-Turnier in der O2-Arena in Friedrichshain aus. Zu der Partie Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus kamen rund 2.000 Basketball-Fans aus Griechenland. Es sei friedlich geblieben, die Stimmung sei zwar sportlich aufgeheizt, aber nicht aggressiv gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Bei früheren Partien beider Teams gab es meist Ausschreitungen.

Festnahmen in der Walpurgisnacht. Bereits in der Nacht auf den 1. Mai, der sogenannten Walpurgisnacht, hatten Randalierer die Polizei mehrere Stunden lang mit Flaschen und Steinen beworfen und Mülltonnen angezündet. Fünf Autos brannten aus. Bei den Ausschreitungen wurden nach Polizeiangaben 48 Beamte zumeist leicht verletzt. 57 Randalierer wurden vorläufig festgenommen.


Fakten

Seit 1987 kommt es in Berlin rund um den 1. Mai regelmäßig zu Gewaltausbrüchen. Wegen der Wirtschaftskrise hatten die Polizeigewerkschaften und diverse Politiker diesmal vor einer besonderen Gewalteskalation und einem "Polizei-Notstand" gewarnt.

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