Genug Soldaten für Afghanistan
US-General Schloesser gibt sich optimistisch: "Nach der Verwaltung des Mangels sind wir wieder voll da".

Foto © ReutersFrische Truppen am Hindukusch
Der Blick des Generals aus dem "Black
Hawk"-Kampfhubschrauber demonstriert Zufriedenheit. Vor einem Jahr,
so deutet es Jeffrey Schloessers Geste an, wurde die Fernstraße 1 von
Kabul nach Süden ständig von den Taliban angegriffen. Doch die
Umleitung der für den Irak vorgesehenen zusätzlichen Soldaten nach
Afghanistan hat aus Sicht des Oberkommandierenden der internationalen
Truppen die Wende eingeleitet. Jetzt habe er genug Soldaten und
Material.
Permanente Gefahr.
"Bis Juni letzten Jahres war ich zutiefst besorgt, dass wir nicht
genug Truppen und Nachschub hätten", schildert der nach 14 Monaten
Dienst am Hindukusch kurz vor der Ablösung stehende US-General seine
Erfahrungen. Schloesser zeigt aus dem Helikopter auf die
eingeschwärzte Fahrbahn der Fernstraße 1. "Da haben sie die Straße in
die Luft gejagt." Die Taliban seien ständig in der Offensive gewesen,
sagt der General und zählt auf: "Sie konnten jeden Konvoi stoppen.
Sie haben vier große Brücken in unserem Gebiet gesprengt. Unzählige
Sprengfallen. Die Abwässerkanäle wurden gesprengt. Die Leute in Kabul
fühlten sich bedroht."
Genug Material.
Vor einem Jahr, so erinnert sich Schloesser, bedeutete der
Afghanistan-Einsatz für die US-Truppen die Verwaltung des Mangels.
Statt am Hindukusch waren die Soldaten im Irak im Kampf. Das habe
sich geändert. Und nun, so versichert der General, sei die
lebenswichtige Fernstraße 1 sicher und wieder vielbefahren.
Wieder da.
Der Generalmajor ist der erste Kommandant, der von der
Entscheidung der Präsidenten George W. Bush und Barack Obama
profitiert, Verstärkungen nach Afghanistan zu schicken. So
stationierte er 3.000 der 3.700 Mann Verstärkung entlang der
Fernstraße 1. "Im letzten Juli mussten wir uns mangels Soldaten
zurückziehen. Jetzt sind wir mit aller Macht wieder da." 700 Soldaten
konnte er an der Grenze zu Pakistan einsetzen. Zusätzlich sichern 700
Franzosen jetzt Täler in der Provinz Kapisa, einer nördlich von Kabul
gelegenen Taliban-Hochburg.
Features
Ausbildung hat Priorität
4.000 neue Ausbilder des US-Militärs haben die Aufgabe, die afghanischen Sicherheitskräfte für den Kampf gegen die Taliban zu trimmen. In den nächsten Jahren hat die Stärkung der afghanischen Armee und der Polizei absoluten Vorrang.
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General SchloesserFoto © Reuters












