Mindestens 34 Tote bei Ausschreitungen in Karachi
Nach ethnisch motivierten Auseinandersetzungen in der pakistanischen Finanzmetropole Karachi hat sich die Zahl der Toten auf 34 erhöht. Dutzende Menschen wurden verletzt, wie Krankenhäuser und Polizei am Donnerstag mitteilten. Paschtunische und Urdu-sprachige Gruppen hatten sich Schusswechsel geliefert. Die Regierung der Provinz Sindh vermutet, dass kriminelle Banden die ethnische Gewalt schüren.
Am Donnerstag blieb es in der Stadt, in deren Großraum 15 Millionen Menschen leben, zunächst ruhig. Alle Schulen und zahlreiche Geschäfte waren geschlossen. Der Bevölkerungsanteil der Paschtunen beträgt zwölf Prozent.
In jüngster Zeit ist es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der in Karachi regierenden konservativen Muttahida-Qaumi-Bewegung (MQM), einem Koalitionspartner der Volkspartei (PPP) von Staatspräsident Zardari, und Paschtunen aus der Grenzprovinz zu Afghanistan gekommen, die sich auf der Suche nach Arbeit in Karachi niedergelassen haben. Ein Sprecher Zardaris sagte, der Präsident werde die Auseinandersetzungen nicht dulden. Das Land könne sich keine Gewalt im Süden leisten, während es gegen den Vormarsch der Taliban-Rebellen im Norden kämpfen müsse.
Bei ähnlichen Auseinandersetzungen waren bereits im Dezember 24 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Für die Gewalt verantwortlich gemacht wurden damals Aktivisten der MQM und der nationalistischen pashtunischen Awami National Party (ANP). Die Führer beider Parteien wiesen die Vorwürfe damals vehement zurück.












