Präsentation des Steirischen Jahrbuchs für Politik.
Aufrüttelnde Worte bei der Präsentation des Steirischen Jahrbuchs für Politik.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauHauptreferent des Abends:Jochen Pildner-Steinburg, seines Zeichens streitbarer Präsident der Industriellenvereinigung
Weil sich ein großer Teil der Beiträge zum "Steirischen Jahrbuch der Politik 2008" der ÖVP mit der aktuellen Wirtschaftskrise befasst, war der Hauptreferent des Abends gut gewählt: Jochen Pildner-Steinburg, seines Zeichens streitbarer Präsident der Industriellenvereinigung, las der Politik ordentlich die Leviten. Und regte zum Nachdenken und Weiterreden an.
Wenig Optimismus. Optimismus verströmte er dabei wenig, zu dramatisch sind für ihn die aktuellen Zahlen. Umso plastischer seine Vergleiche: Die zuletzt so erfolgreiche Wirtschaft sei jener Damm gewesen, "in dessen Schutz wir jahrelang Party gefeiert haben". Damit sei jetzt Schluss, es wäre für alle Beteiligten besser, "die Gummistiefel anzuziehen und zur Schaufel zu greifen", so Pildner.
Strukturreform. Und eine Warnung an alle Schönredner, "die toten Optimisten werden gerade zu Grabe getragen". Von einem schnellen Ende der Krise könne absolut nicht die Rede sein, man habe keine Konsum- oder Geldkrise, sondern stehe vor einer dringend notwendigen Strukturreform: "Wir haben weltweit rund 25 Prozent Überkapazitäten", die notwendige Umstellungszeit bezifferte er mit zwei Jahren. Die Politik warnte er vor einem Kardinalfehler: Wer jetzt glaube, "dass nach einem dreijährigen Winterschlaf dann alles wieder gut sein wird, hat schon verloren".
Kritik. Scharfe Kritik auch an der aktuellen Debatte um Vermögenssteuern: "Das sind keine Lösungen, das ist billiger Populismus". In der jetzt so schwierigen Phase Neid zu schüren bringe nichts Positives, ganz im Gegenteil, es drohe die Entsolidarisierung der Gesellschaft. Dass in so einer aufgeheizten Stimmung die Probleme tatsächlich gelöst werden können, sei absolut unmöglich, schloss Pildner.











