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Zuletzt aktualisiert: 26.04.2009 um 16:40 UhrKommentare

Bucher mit 99,4 Prozent zum BZÖ-Chef gewählt

621 von 625 Delegierten stimmten für den Kärntner Hotelier, der damit die Nachfolge von Jörg Haider antritt. BZÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Ewald Stadler, will Grenzkontrollen wieder einführen.

Klare Zustimmung für Josef Bucher

Foto © APAKlare Zustimmung für Josef Bucher

Josef Bucher ist am Sonntag offiziell zum Nachfolger des verstorbenen BZÖ-Chefs Jörg Haider gewählt worden. 99,4 Prozent der Delegierten beim Parteitag im Design Center Linz stimmten für den Klubobmann im Parlament. Bei seiner Rede versuchte Bucher zu beweisen, dass er der Aufgabe gewachsen sei und nahm anschließend die Wahl "mit Wehmut" an. Die Orangen starteten gleichzeitig in den EU-Wahlkampf.

Stimmen. 621 von 625 abgegeben Stimmen entfielen auf Bucher, vier Delegierte stimmten mit Nein. Zu Buchers Stellvertretern wurden der steirische Landesobmann Gerald Grosz, Haiders Schwester Ursula Haubner, Interims-Obmann Herbert Scheibner und der Kärntner BZÖ-Chef Uwe Scheuch gewählt. Auch Haiders Mutter sowie dessen Witwe Claudia befanden sich im Publikum. Letztere meinte nach der Wahl zu den Anwesenden: "Ich danke euch von Herzen, dass ihr die politische Vision meines Mannes als eine Pflicht anseht und damit den Wert der Treue belebt."

Rede. Der neue BZÖ-Chef Bucher hatte in seiner Antragsrede kaum ein Thema ausgespart, von Rundumschlägen gegen die Regierung über EU, Sicherheit, Wirtschaft, Familie, Jugend bis hin zu Umwelt und Klimawandel war für jeden etwas dabei. Der frisch gewählte Obmann kündigte auch mitunter "unkonventionelle" Politik an. Zuvor war Bucher mit viel Bombast in den rund 700 Delegierte fassenden Saal eingezogen, am Eingang gab es Blasmusik, in der Halle rotierte Bryan Adams' "Here I Am", laut Organisatoren die heimliche Hymne des neuen Chefs.

Startschuss für Stadler. Der Bundeskonvent war gleichzeitig der Startschuss für Ewald Stadler, der als Spitzenkandidat in den EU-Wahlkampf zieht. Passend dazu wurde ein Leitantrag "Für ein Europa der Bürger" beschlossen, der unter anderem die Idee eines "Kerneuropas der Nettozahler" propagiert. Als Gast hatte Stadler den Vorsitzenden der rechtsnationalistischen Freiheitspartei Bulgariens, Pawel Chernev. eingeladen. Dieser überreichte ihn als Geschenk eine Ikone des Heiligen Michael, des "Patrons der Deutschen", wie der orange EU-Spitzenkandidat erläuterte.


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