Bucher mit 99,4 Prozent zum BZÖ-Chef gewählt
621 von 625 Delegierten stimmten für den Kärntner Hotelier, der damit die Nachfolge von Jörg Haider antritt. BZÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Ewald Stadler, will Grenzkontrollen wieder einführen.

Foto © APAKlare Zustimmung für Josef Bucher
Josef Bucher ist am Sonntag offiziell zum Nachfolger
des verstorbenen BZÖ-Chefs Jörg Haider gewählt worden. 99,4 Prozent
der Delegierten beim Parteitag im Design Center Linz stimmten für den
Klubobmann im Parlament. Bei seiner Rede versuchte Bucher zu
beweisen, dass er der Aufgabe gewachsen sei und nahm anschließend die
Wahl "mit Wehmut" an. Die Orangen starteten gleichzeitig in den
EU-Wahlkampf.
Stimmen. 621 von 625 abgegeben Stimmen entfielen auf Bucher, vier
Delegierte stimmten mit Nein. Zu Buchers Stellvertretern wurden der
steirische Landesobmann Gerald Grosz, Haiders Schwester Ursula
Haubner, Interims-Obmann Herbert Scheibner und der Kärntner BZÖ-Chef
Uwe Scheuch gewählt. Auch Haiders Mutter sowie dessen Witwe Claudia
befanden sich im Publikum. Letztere meinte nach der Wahl zu den
Anwesenden: "Ich danke euch von Herzen, dass ihr die politische
Vision meines Mannes als eine Pflicht anseht und damit den Wert der
Treue belebt."
Rede. Der neue BZÖ-Chef Bucher hatte in seiner Antragsrede kaum ein
Thema ausgespart, von Rundumschlägen gegen die Regierung über EU,
Sicherheit, Wirtschaft, Familie, Jugend bis hin zu Umwelt und
Klimawandel war für jeden etwas dabei. Der frisch gewählte Obmann
kündigte auch mitunter "unkonventionelle" Politik an. Zuvor war
Bucher mit viel Bombast in den rund 700 Delegierte fassenden Saal
eingezogen, am Eingang gab es Blasmusik, in der Halle rotierte Bryan
Adams' "Here I Am", laut Organisatoren die heimliche Hymne des neuen
Chefs.
Startschuss für Stadler. Der Bundeskonvent war gleichzeitig der Startschuss für Ewald
Stadler, der als Spitzenkandidat in den EU-Wahlkampf zieht. Passend
dazu wurde ein Leitantrag "Für ein Europa der Bürger" beschlossen,
der unter anderem die Idee eines "Kerneuropas der Nettozahler"
propagiert. Als Gast hatte Stadler den Vorsitzenden der
rechtsnationalistischen Freiheitspartei Bulgariens, Pawel Chernev.
eingeladen. Dieser überreichte ihn als Geschenk eine Ikone des
Heiligen Michael, des "Patrons der Deutschen", wie der orange
EU-Spitzenkandidat erläuterte.
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