Protest in Turin gegen geplanten Bau einer Moschee
In Turin ist ein heftiger Protest gegen den geplanten Bau einer Moschee ausgebrochen. Die Moschee soll auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik im Norden der Stadt entstehen. Die marokkanische Regierung will mit zwei Millionen Euro den Bau der Moschee finanzieren. Auch die in Turin lebenden Muslime sammeln längst Geld für das Projekt. Eineinhalb Jahre werden für die Bauarbeiten notwendig sein.
"Wir werden die italienischen Gesetze strengstens beachten. Die Moschee wird kein Minarett haben. Ich wünsche, dass Turin den selben Respekt zeigt, den wir in Casablanca, oder Rabat für die Kirchen der christlichen Gemeinschaften haben", sagte der Turiner Imam Aziz Kounati, der sich seit Jahren für die Errichtung einer Moschee für die große muslimische Gemeinde in der norditalienischen Metropole einsetzt.
Laut Kounati brauche Turin dringend eine Moschee. Die Muslime in Turin würden sich in Garagen, ehemaligen Geschäften und Kellern versammeln, um zu beten. Diese Treffpunkte würden oft von oft extremistisch gesinnten Imamen ohne jegliche Kontrolle koordiniert. "Die Turiner Moschee wäre zusammen mit jener in Rom das einzige offizielle Gebäude dieser Art in Italien. Eine offizielle Moschee ist eine Garantie gegen den Integralismus", sagte Hamid Di Stefano, der mit der Turiner Stadtverwaltung für den Bau der Moschee verhandelt.
Anhänger der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord lehnen den Plan entschieden ab. Sie verlangten vom Turiner Bürgermeister Sergio Chiamparino eine klare Ablehnung des Projekts.












