Atomprogramm in Nordkorea eine Frage von Monaten
Nordkorea ist nach Einschätzung der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO/IAEA) in der Lage, sein Nuklearprogramm innerhalb von wenigen Monaten wieder aufzunehmen. IAEO-Generaldirektor Mohammed ElBaradei sagte am Montag bei einer mehrtägigen Konferenz über die Zukunft der Atomenergie in Peking, dass sobald wie möglich die Gespräche mit Nordkorea wieder aufgenommen werden müssten.
Die stalinistische Führung in Pjöngjang hatte die Atom-Verhandlungen mit China, Südkorea, Japan, Russland und den USA vergangene Woche als sinnlos bezeichnet und die UNO-Inspektoren des Landes verwiesen. Nordkorea hat weiters gedroht, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen.
Die IAEO wisse nicht, wie weit die Atomarsenals abgebaut wurden. Es könne eine Frage von Monaten sein, bis Nordkorea wieder in den Bau ihres Atomarsenals einsteige, sagte ElBaradei. "Es ist in der Tat so, dass Nordkorea Atomwaffen besitzt", erinnerte der Leiter der UNO-Atombehörde.
"Es gibt keine andere Lösung als den Dialog", sagte ElBaradei auch in Bezug auf den Iran. Der Westen verdächtigt die Islamische Republik, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Kernenergie an dem Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet den Vorwurf.
Auf der internationalen Konferenz über Kernenergie, an der Vertreter aus rund 65 Staaten teilnehmen, wurde am Montag auch vor Risiken durch veraltete Nuklearanlagen oder mangelnde Aufsicht gewarnt.
Das Interesse an der Nutzung der Kernenergie wachse weltweit, sagte der IAEO-Chef. Mehr als 60 Staaten, vor allem Entwicklungsländer, hätten die UNO-Behörde unterrichtet, dass sie möglicherweise Interesse an der Entwicklung eines eigenen Atomprogramms hätten. Zwölf Staaten erwögen einen Einstieg in die Nutzung der Kernenergie.












