Gewalt überschattet Teilwahlen in Haiti
Gewaltsame Zwischenfälle haben in Haiti am Sonntag Teilwahlen zum Senat überschattet. Im Zentrum des Karibikstaats wurde daraufhin die Wahl abgesagt, wie die Wahlbehörde in der Hauptstadt Port-au-Prince mitteilte. Die Wahlbeteiligung war sehr gering, die Partei Fanmi Lavalas von Ex-Präsident Aristide, die für die Wahl nicht zugelassen war, wertete dies als Erfolg ihres Boykott-Aufrufs.
Rundfunkberichten zufolge griffen Unbekannte in der Früh Wahllokale in der Stadt Mirebalais knapp 60 Kilometer östlich der Hauptstadt an. Hunderte Menschen hätten demonstriert, Schüsse seien zu hören gewesen. In der Region war der Wahlkampf besonders hart ausgefochten worden, weil sich sechs Kandidaten um einen frei werdenden Senatsposten bewarben.
Nach Angaben der Polizei wurden zahlreiche Menschen festgenommen. Auch in anderen Regionen des Landes habe es Zwischenfälle gegeben. In der Hauptstadt Port-au-Prince habe es jedoch keine größeren Vorfälle gegeben.
Insgesamt war die Wahlbeteiligung jedoch sehr niedrig. Zu der Wahl von 12 der 18 Sitze im Senat waren rund vier Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Dafür bewarben sich 79 Kandidaten. Das linksgerichtete Bündnis Fwon Lespwa von Präsident Preval erhoffte sich von dem Urnengang ein Mandat für die Fortsetzung der Regierung. Bisher stellte die Partei nur sechs der 18 Mandate.
Aristide lebt seit 2004 im Exil in Afrika. Der ehemalige Präsident ist aber insbesondere bei der armen Stadtbevölkerung noch sehr populär. Die Wahl war ursprünglich bereits Ende 2007 angesetzt, wurde aber wegen politischer Wirren sowie der Hungerunruhen und Wirbelstürme im vergangenen Jahr mehrfach verschoben.












