Neue Bestechungs-Vorwürfe gegen Mensdorff-Pouilly
Gegen den erst kürlich aus der Untersuchungshaft entlassenen Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly sind neue Vorwürfe aus Großbritannien aufgetaucht. Laut dem Nachrichtenmagazin "Format" wirft ein streng vertraulicher Bericht des Betrugsdezernats des britischen Generalstaatsanwalts "Serious Fraud Office" (SFO) Mensdorff-Pouilly Bestechung bei zentral- und osteuropäischen Rüstungsdeals vor.
"Das SFO hat gute Gründe zur Annahme, dass British Aerospace mit Hilfe von Mensdorff als ihrem Vertreter die Beschaffungsvorgänge in Österreich, Ungarn und in der Tschechischen Republik korrumpierte", heißt es laut "Format" in dem Bericht an das britische Justizministerium. Demnach wurden Mensdorff-Pouilly von British Aerospace (BAE) insgesamt rund 107,6 Mio. Euro für "Drittzahlungen" bereitgestellt. Wie viel davon tatsächlich verteilt wurden, ist laut "Format" unklar.
Mensdorff-Pouilly war Ende Februar wegen Verdachts in Richtung Geldwäsche festgenommen worden. Er saß bis Anfang April in U-Haft und wurde dann auf Antrag der Anklagebehörde entlassen, nachdem die Inlandvernehmungen abgeschlossen waren. Der Verdacht lautet, er soll von BAE auf undurchsichtigen Wegen 13 Mio. Euro erhalten haben. Über eine mögliche Anklageerhebung ist noch nicht entschieden, es müssten noch zahlreiche Rechtshilfeersuchen an ausländische Behörden beantwortet werden, hieß es aus der Staatsanwaltschaft.
Laut "Format" soll das "Serious Fraud Office" neben Mensdorff-Pouilly auch gegen prominente BAE-Spitzenmanager ermitteln - etwa gegen Sir Richard Harry Evans, Michael John Turner und Julian Scopes.












