Duell um Metaller-Vorsitz
Bei den Metallern steht die Führungsfrage an. Die Gremien entscheiden diese Woche, wer die Nachfolge des zum ÖGB-Präsidenten aufgestiegenen Vorsitzenden Erich Foglar antritt. Ungewöhnlich für die streng organisierte größte Arbeitergewerkschaft ist, dass im Vorfeld noch immer keine Entscheidung gefallen ist, wer den prestigeträchtigen und vor allem mächtigen Posten antreten darf.
Es könnte nach APA-Informationen sogar zu einer Kampfabstimmung zwischen dem geschäftsführenden Vorsitzenden Rainer Wimmer und dem Internationalen Sekretär Manfred Anderle kommen. Der Ausgang dieses Duells ist nach Einschätzung vieler Metaller völlig offen. Während Wimmer eher auf Unterstützung der starken oberösterreichischen Fraktion setzen dürfte, wird Anderle von seinem Mentor Rudolf Nürnberger gestützt. Der langjährige Metaller-Chef wird in letzter Zeit wieder öfter in der Zentrale in der Plößlgasse gesehen und ihm wird weiterhin großer Einfluss nachgesagt.
Etwas undurchschaubar ist die Rolle von Foglar. Hinter wem er steht, ist so klar nicht. Immerhin hat er aber aus dem Kreis seiner Stellvertreter gerade Wimmer ausgewählt, der die Funktion bis zur Neuwahl des Vorsitzenden geschäftsführend ausführen soll.
Die Entscheidung dürfte am Mittwochabend in einer Präsidiumssitzung fallen. Spätestens am Donnerstag im Metallervorstand dürfte klar sein, wer die Gewerkschaft in die Zukunft führt. Größer werden die Metaller heuer in jedem Fall noch. Im November ist die Fusion mit der Chemiearbeiter-Gewerkschaft angesetzt. Beim entsprechenden Kongress wird dann auch offiziell die Nachfolge für Foglar geregelt und der neue Name pro-ge (Produktionsgewerkschaft) implementiert.












