PVA-Chef fordert Reform des Pensionssystems
Pensionsversicherungsanstalts-Chef Karl Haas fordert eine Neuaufstellung des Pensionssystems. Konkret geht es um jene Pensionsformen, durch die man früher in den Ruhestand treten kann wie Hacklerregelung, Schwerarbeiterregelung und Invaliditätspension. Es sei nicht einzusehen, dass ein Hackler null Abschläge habe, ein Schwerarbeiter aber acht Prozent und ein Invaliditätspensionist 15 Prozent.
Vor allem bei der Schwerarbeiterreglung will er eine Regelung, die einen leichteren Zugang und eine bessere Administrierbarkeit ermöglicht. Besonders abgelehnt wird von Haas, dass die Schwerarbeit während zehn der letzten 20 Jahre vor dem Pensionsantritt geleistet werden muss - ein Passus, der z.B. im Baubereich beschäftigte Personen benachteiligt, da sie in späteren Jahren oft körperlich nicht mehr in der Lage sind, schwere Tätigkeiten auszuführen. Denkbar ist für Haas, dass es künftig zu einer Zusammenlegung von Hacklerreglung und Schwerarbeiterpension kommt.
Dass die Hacklerregelung wie geplant bis 2013 unverändert weiterläuft, wird nach Einschätzung von Haas nicht zu ändern sein, da sich der Nationalrat im Vorjahr für die Verlängerung dieser Pensionsreform entschieden hatte. Bis Jahresende sollte aber möglichst ein besseres Modell gefunden sein, das für die Zeit danach eine bessere Regelung findet.
Damit dürfte Haas auf keinen Widerstand bei Sozialminister Hundstorfer stoßen. Dessen Büro ließ ausrichten, dass er dem Koalitionspakt entsprechend vor Jahresende eine Neuregelung vorlegen werde.
2008 gingen 120.824 Personen in den Ruhestand, davon waren 19.878 "Hackler"-Pensionisten, also Arbeitnehmer, die die begünstigte Langzeitversicherten-Regel in Anspruch nahmen. Vergleicht man diese Zahlen etwa mit dem Jahr 2003, zeigt sich der markante Unterschied. Da gingen 98.644 Personen in Pension, davon lediglich 8.747 in die Hacklerregelung.












