Araber wollen Obamas ausgestreckte Hand ergreifen
Die Araber sind bereit, die ausgestreckte Hand von US-Präsident Obama zu ergreifen. Seine Rede vor dem türkischen Parlament ist in Riad, Kairo und Damaskus gut angekomen. In Ankara hatte er versprochen, dass Amerika den Islam künftig nicht mehr durch die Terror-Brille betrachten werde. Eine Sorge bleibt: Dass Obama die Forderung nach der Gründung eines Palästinenserstaates nicht erfüllen könnte.
"Seine Haltung zur islamischen Welt ist neu und sie verdient unsere Anerkennung", erklärt der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit. Der ansonsten eher für knappe, scharfe Kommentare bekannte Chefdiplomat aus Kairo gerät richtig ins Schwärmen. Er nennt Obama einen "klugen Visionär", der Glaubwürdigkeit ausstrahlt. Libyens Staatschef Gaddafi lobte wiederum Obamas Haltung zur atomaren Abrüstung begeistert den dienstältesten Staatschef der arabischen Welt. "Wenn er diese Richtung weiter verfolgt, werden wir alle auf seiner Seite sein", verspricht Gaddafi.
Den syrischen Außenminister Walid al-Muallem interessierte besonders das Bekenntnis des US-Präsidenten zur Zwei-Staaten-Lösung als Rezept für die Beilegung des Nahost-Konfliktes. Doch er warnt: "Wir müssen erst einmal herausfinden, wie das Verhältnis zwischen den USA und Israel künftig aussehen wird."
Selbst in der Öl-Monarchie Saudi-Arabien, die sich zumindest in Energiefragen immer bestens mit den US-Präsidenten Bush junior und senior verstand, ist inzwischen die Obama-Begeisterung ausgebrochen. "Das Versprechen Obamas, einen Wandel herbeizuführen, ist echt, so sieht es zumindest aus", kommentiert die Zeitung "Arab News". Auch sie sieht es aber als größte Aufgabe Obamas, "Israel dazu zu bringen, Land abzutreten, über Jerusalem zu verhandeln, Siedlungen aufzugeben und einen unabhängigen palästinensischen Staat anzuerkennen."













