Schülerproteste in Wien gegen "Bildungsraub"
Ein bunt gemischtes Publikum hat am Donnerstag gegen den Plan von Unterrichtsministerin Schmied demonstriert die Arbeitszeit der Lehrer zu verlängern. An dem Protestmarsch "gegen Bildungsraub" vom Stephans- zum Ballhausplatz, zu dem die SP-nahe Aktion Kritischer Schüler und linke Jugendorganisationen aufgerufen hatten, nahmen laut Polizei 1.300, laut Veranstaltern bis zu 3.000 Jugendliche teil.
Nach den Osterferien soll ein landesweiter Schulstreik stattfinden. Die Aktion Kritischer Schüler (AKS) trat primär dagegen auf, dass "Mehrarbeit" von Lehrern "uns als Bildungsreform verkauft wird, obwohl in der Bildungspolitik seit Jahren nichts weitergegangen ist", wie Florian Kolar von der AKS gegenüber der APA beklagte. Die Reformprojekte Schmieds bewertete er als Schritt in die richtige Richtung, allerdings dürften diese nicht auf Kosten der Lehrer umgesetzt werden.
Einen härteren Ton schlugen Vertreter der sozialistischen Jugendorganisation "Revolution" an, die "Claudia Schmied - Bildungsterrorist" und "Bildung für alle, sonst gibt's Krawalle" skandierten. Ihr Sprecher, Roman Birke, machte rasch den Schuldigen an der aktuellen Bildungsdebatte aus: die Politik und den Kapitalismus. Sebastian Kugler, Schulsprecher der AHS Fichtnergasse in Wien-Hietzing, kritisierte, dass Lehrer "immer als erste" für Fehler der Politik zu zahlen hätten.
Teilweise kamen ganze Klassen in Begleitung von Lehrern, um zu verhindern, dass Schülern wegen unerlaubten Fernbleibens vom Unterricht Fehlstunden eingetragen würden, wie die Organisatoren erklärten.












