Hektische Suche nach neuem Premier in Ungarn
Ungarn ist in den vergangenen Tagen im Zeichen einer hektischen Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Regierungschefs gestanden. Am Sonntag verhandelte die liberale Oppositionspartei Bund freier Demokraten (SZDSZ) über die jüngste Nominierung, Wirtschaftsminister Gordon Bajnai. Gibt es am Sonntag keine Einigung über die Person des Premiers, ist wohl mit vorgezogenen Neuwahlen zu rechnen.
Bajnai soll nach Medienberichten von seiner Partei, den in einem Minderheitskabinett regierenden Sozialisten (MSZP), am Samstagabend nominiert worden sein. Zuvor hatten die bisher ins Gespräch gebrachten zahlreichen Kandidaten, darunter Ex-Nationalbankchef György Suranyi oder Ex-Finanzminister Lajos Bokros, allesamt eine Nominierung ab gelehnt.
Premier Ferenc Gyurcsany ist bereits seit einer Woche auf der Suche nach seinem eigenen Nachfolger. Gyurcsany hatte am vergangenen Wochenende überraschend einen Rücktritt vom Posten des Regierungschefs angekündigt und ein konstruktives Misstrauensvotum seiner Partei gegen seine eigene Regierung in Aussicht gestellt.
Der nun auch innerparteilich immer mehr unter Beschuss geratene Gyurcsany trat am Samstag als Parteichef seiner Sozialistischen Partei zurück. Gyurcsany war erst vor einer Woche auf einem Parteitag der MSZP mit 85 Prozent wiedergewählt worden. Die Sozialisten würden bereits nächste Woche einen neuen Vorsitzenden wählen, kündigte er nun am Samstagabend in Budapest an.
Bald würde über die Person des neuen Regierungschefs entschieden, wobei noch Konsultationen anstünden, hatte der Premier weiter gesagt. Eine offizielle Nominierung Bajnais bestätigte er nicht.
Die bei weitem größte Oppositionspartei, die rechtskonservative Fidesz-MPSZ, verlangt weiterhin Neuwahlen. Laut Umfragen würde Fidesz-MPSZ im Falle einer vorgezogenen Parlamentswahl einen triumphalen Wahlsieg erringen.












