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Zuletzt aktualisiert: 25.03.2009 um 15:15 UhrKommentare

"Hallo Barack, hier Nicolas": Hype um Sarkozys Telefonat mit Obama

"Endlich darf er mit Obama telefonieren": Ein geplantes Telefongespräch zwischen dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und seinem US-Amtskollegen Barack Obama hat in Frankreich für einen bemerkenswerten Medienrummel gesorgt.

"Nicolas who? " - Obama wich dem Gespräch lange aus

Foto © AP"Nicolas who? " - Obama wich dem Gespräch lange aus

Die beiden Präsidenten wollten am Mittwochnachmittag zur Vorbereitung des Londoner G-20-Weltfinanzgipfels miteinander sprechen. Die regierungsnahe Zeitung "Le Figaro" hob die bloße Ankündigung des Telefonats auf ihr Titelblatt und illustrierte sie mit einer Fotomontage, die Obama mit einem traditionellen Telefonhörer und Sarkozy mit einem Mobiltelefon am Ohr zeigt - obwohl sie doch in einer Videokonferenz miteinander sprechen sollen. "Sarkozy darf endlich mit Obama telefonieren", titelte die Website "20minutes.fr".

Sarkozy beleidigt. Im Grunde sei Sarkozy verärgert, dass Obama ihn im Unterschied zum britischen Premierminister Gordon Brown noch nicht ins Weiße Haus eingeladen habe, heißt es. Obama hatte zudem den Vorschlag abgewehrt, mit Sarkozy am Rande des NATO-Gipfels Anfang April in Straßburg auch die Normandie zu besuchen, um dort gemeinsam der Landung der US-Alliierten zu gedenken. Kürzlich hat Sarkozy sich vor Journalisten über die allgemeine "Obamanie" lustig gemacht und bissig hinzugefügt: "Die Welt ist groß genug, dass es auch zwei oder mehr wichtige politische Führer geben kann."

"Guter Kumpel". Dabei hatte Sarkozy im vergangenen Sommer beim Paris-Besuch des damaligen Präsidentschaftskandidaten laut getönt, dass sie "gute Kumpel" seien. "Ich bin der einzige Franzose, der ihn persönlich kennt", sagte er damals. Obama zeigte sich bei der gemeinsamen Pressekonferenz ebenfalls freundlich und meinte, dass Sarkozy eine gute Nase für politische Führer habe - schließlich habe er bei seinem Washington-Besuch 2006 sowohl ihn als auch seinen späteren Gegenspieler John McCain getroffen.

Brief an den Vorgänger. Sarkozy dürfte sich auch nicht sonderlich gefreut haben, dass Obama kürzlich seinem Amtsvorgänger Jacques Chirac einen freundlichen Brief geschrieben hat, was der Adressat erfreut den französischen Medien steckte. Darin schrieb Obama, dass er sich "in den kommenden vier Jahren auf die gemeinsame Zusammenarbeit freut". Möglicherweise habe Obama sich ja vertan und gehe davon aus, dass Chirac noch immer im Amt und Sarkozy lediglich sein Vize sei, bemerkte das Satireblatt "Le Canard Enchaine".


Unterschiede

Das Telefonat dürfte die grundsätzlichen Meinungsverschieden-
heiten
auch nicht ausräumen, die Frankreich und die USA derzeit haben. Während Sarkozy seit Monaten für eine schärfere Regulierung der internationalen Finanzmärkte wirbt, legt Washington den Akzent eher auf die Wiederankurbelung der nationalen Wirtschaft durch riesige Konjunkturprogramme.

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