Papst traf Muslime in Kamerun
Papst Benedikt XVI. hat am Donnerstag bei dem Treffen mit muslimischen Geistlichen das friedliche Miteinander von Muslimen und Christen in Kamerun als beispielhaft für andere afrikanische Länder bezeichnet. In einer Open-Air-Messe im Sportstadion von Yaounde warnte das katholische Kirchenoberhaupt anschließend die Afrikaner vor einer Tyrannei des Materialismus und den Götzen der heutigen Zeit.
Benedikt appellierte an die Katholiken auf dem Kontinent, "sich um ihre Seele zu kümmern". Sie sollten sich nicht einfangen lassen von "egoistischen Illusionen und von falschen Idealen", sagte er vor etwa 40.000 Gläubigen im voll besetzten Hauptstadt-Stadion.
Mit Vertrauen in Gott könne Afrika "der Kontinent der Hoffnung" werden, sagte Benedikt. Die Messe war der Höhepunkt seines Besuches in Kamerun. Sie diente auch der Übergabe eines Arbeitsdokuments an die afrikanischen Bischöfe für die im Oktober in Rom geplante zweite Afrika-Synode des Vatikans.
Die Äußerungen des Papstes gegen die Verwendung von Kondomen zur Vorbeugung gegen Aids hatten zu Beginn der Reise massive Kritik ausgelöst. Am Freitag besucht Benedikt Angola, die zweite und letzte Station seiner ersten Afrika-Reise.
In Kamerun stellen Katholiken mit einem Bevölkerungsanteil von 27 Prozent die größte Religionsgruppe. Ebenso viele Einwohner gelten als Anhänger animistischer Naturreligionen, die alle Lebewesen und auch das Gestein für beseelt halten. 22 Prozent der Einwohner sind Muslime und 18 Prozent Protestanten. Christen und Muslime leben in Kamerun ohne Spannungen zusammen. Im benachbarten Nigeria kommt es hingegen immer wieder zu blutigen Unruhen und Konflikten zwischen Anhängern beider Religionen.











