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    Zuletzt aktualisiert: 18.03.2009 um 19:37 UhrKommentare

    Sturm der Entrüstung über Papst-Äußerungen zu Kondomen

    Benedikt mahnt in Afrika Wahrung traditioneller Werte ein.

    Benedikt XVI

    Foto © APBenedikt XVI

    Mit seinen umstrittenen Äußerungen zum Kondom-Gebrauch hat Papst Benedikt XVI. einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Politiker sowie UNO- und Aidshilfe-Organisationen sprachen am Mittwoch von einer unverantwortlichen Haltung des Papstes angesichts des Elends, das die Immunschwächekrankheit gerade in Afrika verbreite. Das Oberhaupt der Katholiken rief in Kamerun unterdessen zur Wahrung traditioneller Familienstrukturen auf.

    "Ehe ist unauflöslich". Angesichts des Einflusses von Modernisierung und Säkularisierung müsse das Verständnis von der Ehe als unauflöslicher Gemeinschaft gefördert werden, sagte der Papst vor den 31 kamerunischen Bischöfen in Yaounde. Außerdem rief er die Geistlichen zum Einsatz für Arme und Benachteiligte auf, die unter den Folgen der Globalisierung zu leiden hätten. Er mahnte ferner, dass afrikanische Riten die traditionelle Liturgie einer Messe nicht stören dürften.

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    Sabine Trsek (Unicef): "Aufklärung ist notwendig"

    "Muss auf Realität schauen". Benedikt XVI. traf am zweiten Tag seiner Afrika-Reise zunächst mit dem kamerunischen Präsidenten Paul Biya zusammen, dem Amnesty International Unterdrückung der Opposition vorwirft. Auch in Yaounde wurde der Papst schon bald mit Kritik an seinen Äußerungen zu Kondomen kritisiert. Stanley Obale Okpu vom Ministerium für Stadtentwicklung meinte: "Was der Papst sagt, ist ein Ideal für die katholische Kirche. Aber er muss auf die Realität an der Basis schauen."

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    Sabine Trsek (Unicef): "Vor allem sind Kinder betroffen"

    "Kondome sind keine Lösung". Der Papst hatte am Dienstag auf dem Flug nach Afrika erklärt, er halte die Verteilung von Kondomen nicht für die richtige Lösung im Kampf gegen Aids. Damit könne man das Problem nicht beilegen, sondern vergrößere es vielmehr. Der Vatikan setzt im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit auf sexuelle Enthaltsamkeit. Die südafrikanische Organisation Treatment Action Campaign (TAC) erklärte dazu, zwar seien Kondome nicht die einzige Lösung für das Aids-Problem, aber eines von wenigen erprobten Mitteln, um HIV-Infektionen zu verhindern.

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    A. Gerhold (Evangelischer Pfarrer): "Kondome sind absolut notwendig"

    "Gefährdet öffentliche Gesundheit". Die UNO-Organisation zur Aids-Bekämpfung, UNAIDS, verteidigte den Einsatz von Kondomen. Der französische Außenamtssprecher Eric Chevallier zeigte sich besorgt, dass der Papst mit seinen Äußerungen die öffentliche Gesundheit gefährde und den Schutz menschlichen Lebens infrage stelle. Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit sagte dem Sender France-Info, wer Jugendlichen in Afrika Enthaltsamkeit predige, überlasse sie sich selbst und der Krankheit: "Das grenzt an vorsätzliche Tötung."

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    A. Gerhold: "Katholische Kirche sollte Stütze sein"

    "Vernichtet Leben." SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr warf dem Papst am Mittwoch in einer Aussendung vor, dass er mit seiner Haltung "Leben vernichtet". Auch die deutschen Ministerinnen Ulla Schmidt und Heidemarie Wieczorek-Zeul (beide SPD) erklärten gemeinsam, dass Kondome zur Verhütung der Immunschwächekrankheit eine entscheidende Rolle spielten. Der deutsche FDP-Parteichef Guido Westerwelle sagte, er respektiere, dass das Kirchenoberhaupt auch auf Treue und Enthaltsamkeit setze. "Aber das Verdammen von Kondomen ist in diesen Zeit absolut verantwortungslos." Für Erheiterung und Befremden sorgte die französische Wohnungsministerin Christine Boutin: "Ich denke, es ist nicht lustig, ein Präservativ zu benutzen, wenn man Liebe macht", sagte die praktizierende Katholikin am Mittwoch.


    Fakten

    Am Dienstag ist der Papst zu einer siebentägigen Reise nach Kamerun und Angola aufgebrochen. Damit wolle er symbolisch den gesamten afrikanischen Kontinent mit seinen Problemen, aber auch großen Chancen "in die Arme schließen".

    Foto

    Foto © Reuters

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    Brennpunkt

    Das Thema Verhütung könnte bei einer der Großveranstaltungen der Reise zur Sprache kommen, einer Jugendmesse in einem Fußballstadion in Angola.

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