Frauenministerin will Einkommensschere schließen
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek nennt als wichtigste Ziele Verbesserung bei Vereinbarung von Familie und Beruf, Gleichstellung bei Einkommen

Foto © APGabriele Heinisch-Hosek
Frauen- und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek
(S) hat am Internationalen Frauentag in der ORF-"Pressestunde"
Verbesserungen bei der Vereinbarung von Familie und Beruf sowie die
Verringerung der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen als
ihre vorrangigen Ziele genannt. Es sei "eines der wichtigsten
Anliegen, dass die Gehaltsunterschiede geringer werden", sagte sie am
Sonntag. Unterstützung bekam Unterrichtsministerin Claudia Schmied
(S) in der aktuellen Debatte rund um die Ausweitung der
Unterrichtsverpflichtung für Lehrer, Heinisch-Hosek glaubt hier an
einen Kompromiss.
Verdienste offenlegen.
Einige Unterschiede bei den Gehältern von Frauen und Männern seien
unerklärlich, so die Ministerin. Die Ressortchefin plädierte dafür,
dass Firmen offenlegen sollen, wer was verdient - auch, damit
Zulagen, die über den Kollektivvertrag hinaus gehen, für alle offen
einsehbar sind.
Ausbau von Kinderbetreuung.
Gleich wichtig wie die Gleichstellung beim Gehalt sei für sie die
Vereinbarung von Familie und Beruf, sagte Heinisch-Hosek.
Voraussetzung dafür sei, dass die Betreuungsplätze für unter
Dreijährige Kinder ausgebaut werden, wiederholte sie eine altbekannte
Forderung. Kritik gab es an manchen den Bundesländern: Sie verstehe
"überhaupt nicht, dass es Bundesländer gibt, wo elf Wochen (in den
Ferien, Anm.) zu ist, andere Länder haben aber nur zwei Wochen zu".
Einkommensabhängiges Kindergeld.
Fix ist laut Heinisch-Hosek das einkommensabhängige Kindergeld.
Sie wolle den Verhandlungen zwar nicht vorgreifen, der Deckel nach
oben werde aber - wie auch bisher bereits bekannt - bei 2.000 Euro
liegen; nach unten soll die Leistung mit 1.000 Euro gedeckelt sein.
Beziehen soll man diese - geht es nach Heinisch-Hosek - "vierte
Variante" des Kindergeldes für ein Jahr können (die ÖVP will mit dem
einkommensabhängigen Modell ja die derzeit dritte Variante von 800
Euro für maximal 18 Monate ersetzen). Gehen beide Elternteile in
Karenz, soll man laut Heinisch-Hosek das Kindergeld für 14 Monate
erhalten. Darüber hinaus sprach sich die Ministerin für ein Aus der
Zuverdienstgrenze aus.
Frauenquote.
Betreffend Frauenquoten für Unternehmen verwies die Ministerin auf
das Vorbild Norwegen, wo es entsprechende Gesetze gebe. Dort seien
etwa 44 Prozent der Aufsichtsräte weiblich, was laut Studien auch
bessere Ergebnisse für die Unternehmen bringen würde, so die
Ministerin. Zu einer Quotenregelung für die Politik - inklusive
Sanktionen - gab sich Heinisch-Hosek eher skeptisch: Hier gehe es um
eine Verfassungsbestimmung, sie glaube aber nicht, dass dies "mit den
Rechtsparteien" möglich sein werde.
Features
Eckpunkte für mehr Gleichberechtigung
Gehaltsunterschiede minimieren.
Gehälter offenlegen.
Kinderbetreuung ausbauen.
Einkommensabhängiges Kindergeld.
Frauenquote in Unternehmen.













