Holocaust-Leugner Williamson in London gelandet
"Er ist ein britischer Bürger und hat sich hier nicht strafbar gemacht", hatte ein Sprecher des Innenministeriums in London gesagt.

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Der als Holocaust-Leugner hervorgetretene traditionalistische Bischof Richard Williamson von der ultrakonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) ist am Mittwoch nach seiner Ausweisung aus Argentinien in seiner Heimat Großbritannien gelandet. Der 68-jährige kam am Morgen aus Buenos Aires im Flughafen London-Heathrow an.
Umdrängt von Journalisten verschwand Bischof Williamson ohne Kommentar aus dem Flughafengebäude mit unbekanntem Ziel. Rechtliche Bedenken gegen die Einreise des Traditionalisten nach Großbritannien, wo die Holocaust-Leugnung nicht strafbar ist, gab es nicht. "Er ist ein britischer Bürger und hat sich hier nicht strafbar gemacht", hatte ein Sprecher des Innenministeriums in London gesagt. In Frankreich, wo die Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter Strafe steht, hat die Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (LICRA) unterdessen Anzeige gegen den Briten erstattet.
Leitung des Seminars entzogen. Williamson hatte seit 2003 im Priesterseminar in La Reja bei Buenos Aires gelebt. Die Piusbruderschaft hatte ihm die Leitung des Seminars nach eigenen Angaben Anfang Februar entzogen. Die Pius-Bruderschaft in London wollte sich zunächst nicht zu Williamsons Ankunft äußern. Der Bischof wurde von der Pius-Bruderschaft ebenso wie vom Vatikan aufgefordert, seine Holocaust-Aussagen zu widerrufen.
Papst Benedikt XVI. hatte Ende Jänner einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, als er die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Mitglieder der erzkonservativen Piusbruderschaft rückgängig machte. In einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen hatte Williamson kurz zuvor gesagt, er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben" seien, aber "nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern".












