Kirgistan stimmte für US-Militärbasis-Schließung
Das kirgisische Parlament hat am Donnerstag mit großer Mehrheit die Schließung des strategisch wichtigen US-Luftwaffenstützpunkts Manas beschlossen. Die Entscheidung ist ein schwerer Rückschlag für die Pläne von US-Präsident Barack Obama, die Truppenpräsenz in Afghanistan auf bis zu 30.000 Soldaten aufzustocken.
Zugleich gilt sie als Erfolg für Russland in dem Bemühen, die USA aus Zentralasien - einer Region mit beträchtlichen Öl- und Gasreserven - zu verdrängen. Manas ist ein wichtiges Drehkreuz für die US-Streitkräfte zur Versorgung der Truppen in Afghanistan.
Die Entscheidung im Parlament von Bischkek fiel mit 78 zu nur einer Gegenstimme. Sie muss nun noch von Präsident Kurmanbek Bakijew unterzeichnet werden. Verkündet die Regierung dann offiziell eine Räumungsanweisung, haben die USA 180 Tage Zeit für ihren Abzug. Russland hat die Anwesenheit von US-Truppen in Kirgistan, das es als seinen strategischen Vorhof betrachtet, seit langem mit Argwohn verfolgt.
Als Bakijew die Schließung ankündigte, hatte er gerade in Moskau die Zusage über einen Kredit von zwei Milliarden und Direkthilfen von 150 Millionen Dollar (119 Mio. Euro) für seine verarmte frühere Sowjet-Republik erhalten. Ein Zusammenhang wurde von beiden Seiten verneint. Laut dem kirgisischen Präsidenten wollten die USA nicht geforderten Preis für ihren Stützpunkt zahlen. Auch Russland betreibt eine Militärbasis in Kirgistan.
US-Verteidigungsminister Gates rief unterdessen die europäischen NATO-Staaten zur Entsendung von mehr Soldaten nach Afghanistan und zu mehr zivilen Wiederaufbauanstrengungen dort auf. "Unsere Erwartung ist, dass auch die Verbündeten mehr tun", sagte er unmittelbar vor einem Verteidigungsministertreffen der NATO, das am heutigen Donnerstag in der polnischen Stadt Krakau beginnt.












