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Zuletzt aktualisiert: 18.02.2009 um 12:49 UhrKommentare

Stadler fordert freiwilligen Kirchenbeitrag

Foto © APA

Der stellvertretende Klubobmann des BZÖ, Ewald Stadler, will eine Initiative für einen freiwilligen Kirchenbeitrag starten. Die österreichischen Bischöfe hätten laut Stadler für Rom-treue Christen "den Bogen überspannt" und es sei ihnen nicht zumutbar, die "erpresserische Rebellion des kirchlichen Funktionärsapparates gegen den Heiligen Vater weiter zu finanzieren".

Stadler will deshalb, dass der Kirchenbeitrag eine freiwillige Leistung mit freier Widmungsmöglichkeit wird, erklärte er am Mittwoch. Das derzeitige Beitragssystem, das auf dem Kirchenbeitragsgesetz aus dem Jahr 1939 beruht, ist für Stadler ein "Erbe des NS-Systems" und "nicht mehr zeitgemäß".

Mit einer entsprechenden Änderung des Kirchenbeitragsgesetzes könnten dann Stadler zufolge Rückstände der Einzahlungen auch nicht mehr eingeklagt werden. Sollten die diesbezüglichen Initiativen im Parlament scheitern, kann sich Stadler auch ein Volksbegehren vorstellen. Stadler selbst zahlt nach eigenen Angaben seit fünf Jahren keinen Kirchenbeitrag mehr, spendet das Geld aber an Projekte.

Grund für Stadlers Initiative ist seine Unzufriedenheit mit der österreichischen Bischofskonferenz. Der Parlamentarier und gläubige Katholik ortet in der österreichischen Kirche eine "unglaubliche Anbiederung an den Zeitgeist". Zu vielen Themen, die Katholiken am Herzen liegen würden, schweige die Bischofskonferenz, so Stadler. "Sobald aber eine Entscheidung vom Vatikan kommt, die dem episkopalen Establishment nicht passt, wird sofort rebelliert." Eine "schallende Belehrung" aus Rom täte den Bischöfen gut, so Stadler.

Die Bischöfe hätten die Öffentlichkeit außerdem nicht korrekt informiert. Es sei "unwahr", dass Rom den Rücktritt des designierten Weihbischofs Wagner angenommen habe, meinte Stadler. Er habe aus dem Vatikan erfahren, dass Wagner "bis zur Stunde ernannter Weihbischof" sei. Er appelliere an Papst Benedikt XVI., das Ernennungsdekret nicht zurückzunehmen und an Wagner, "dem Druck der Jagdgesellschaft nicht zu weichen".

Quelle: APA

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