Israel erwägt Gefangenenaustausch mit Hamas
Trotz wiederholter Störungen der Waffenruhe im Gazastreifen erwägt Israel einen Gefangenenaustausch mit der Hamas. Das Sicherheitskabinett kam am Mittwoch unter Leitung von Ministerpräsident Olmert zu Beratungen zusammen. Für die Freilassung des im Juni 2007 verschleppten Soldaten Gilad Shalit ist Israel dem Vernehmen nach zur Entlassung von mehreren hundert palästinensischen Gefangenen bereit.
"Wir werden zuerst über seine Freilassung verhandeln", sagte Olmert. Dann sei seine Regierung auch bereit, über einen langfristigen Waffenstillstand, die Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen und den Wiederaufbau des Gebiets zu sprechen.
Israelische Kampfflugzeuge haben zuvor Mittwochfrüh eine Moschee auf dem Gelände einer Hamas-Kaserne zerstört. Die Moschee war das letzte noch stehende Gebäude auf dem Stützpunkt, wie palästinensische Beamte mitteilten. Außerdem wurden erneut Tunnelanlagen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten angegriffen, die nach israelischen Angaben dem Waffenschmuggel dienen.
Vor den schwierigen Gesprächen über eine Regierungsbildung in Israel hat sich unterdessen Präsident Peres optimistisch gegeben. "Ich weiß um die großen Schwierigkeiten", sagte Peres am Mittwoch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor einem Treffen mit Israels Außenministerin Livni von der Kadima-Partei und Likud-Chef Benjamin Netanyahu. Er werde alles tun, um die Bildung einer Regierung zu ermöglichen, die den Willen der Wähler reflektiere und dem Land auf stabile und verantwortliche Weise diene. Peres wollte am Nachmittag (17.00 Uhr MEZ) nacheinander mit Livni und Netanyahu über eine mögliche Regierungsbildung verhandeln.












