Hunderttausende demonstrierten im Libanon
Mehrere hunderttausend Libanesen haben am Samstag in der Hauptstadt Beirut zum 4. Todestag Rafik Hariris an ihren ermordeten früheren Ministerpräsidenten erinnert. Hariri war am 14. Februar 2005 einem Bombenattentat zum Opfer gefallen. Weitere 20 Menschen starben, als die Autobombe explodierte.
Die Demonstranten gedachten exakt zum Todeszeitpunkt um 12.55 Uhr (Ortszeit) mit einer Schweigeminute des Politikers. Es kam zu keinen gravierenden Zwischenfällen. Für das Attentat machen die Anhänger Hariris die frühere Besatzungsmacht Syrien verantwortlich. Die Regierung in Damaskus wies jedoch jede Beteiligung daran zurück. Dennoch musste Syrien auf internationalen Druck zwei Monate nach dem Attentat seine 30-jährige Präsenz im Libanon aufgeben.
Unter den Rednern bei einer Kundgebung auf einem zentralen Platz in Beirut war auch der Sohn des früheren Ministerpräsidenten, Saad Hariri. Er führt das anti-syrische Lager im Libanon in die Parlamentswahlen im Juni. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der pro-syrischen Hisbollah erwartet. Der Anschlag auf Hariri soll vom 1. März an auch den Strafgerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag beschäftigen.
Bei Zusammenstößen in Beirut sind mehrere Menschen verletzt worden. Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen warfen mutmaßliche Anhänger der pro-syrischen Hisbollah Steine auf die Autos der Pro-Hariri- Demonstranten, als die Gedenkfeiern beendet waren. Freiwillige des Roten Kreuzes sprachen von mindestens neun Verletzten. Hariri war am 14. Februar 2005 einem Bombenattentat zum Opfer gefallen. Bei der Demonstration forderten seine Anhänger Unabhängigkeit, Souveränität und Freiheit für den Libanon und sangen die Nationalhymne.












