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Zuletzt aktualisiert: 10.02.2009 um 21:56 UhrKommentare

Wagner-Kür: In Linz formiert sich der Widerstand

Während der künftige Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner derzeit in Rom weilt, herrscht in Linz der Ausnahmezustand: Die Dechanten der Diözese Linz lehnen Wagner mit großer Mehrheit ab und immer mehr "Schäfchen" kehren der Kirche den Rücken.

Foto © APA

Auch wenn der künftige Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner derzeit in Rom weilt, so herrscht um seine Person in Linz herrscht in Linz helle Aufregung: Ein informelles Treffen der Dechanten der Diözese Linz hat mit einer überraschend deutlichen Erklärung geendet: Die Dechanten lehnen den neuen Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner ab.

Fakten

Diese Stellungnahme wurde mit einer Mehrheit von 31 dafür und vier Stimmen dagegen angenommen. Es gab keine Enthaltungen. In der Diözese Linz gibt es 39 Dekanate.

"Empört, enttäuscht, verletzt". Die nach dem Treffen veröffentlichte Erklärung lautet wörtlich: "Als Dechanten in unserer Diözese Linz nehmen wir wahr, dass viele Christinnen und Christen der Ernennung von Dr. Gerhard Wagner zum Weihbischof zustimmen, dass aber auch sehr viele empört, enttäuscht und verletzt sind. Im intensiven Gespräch der Dechanten stellte sich klar die fehlende Akzeptanz von Dr. Gerhard Wagner für das Bischofsamt heraus. Daher können wir aus Sorge um die Glaubwürdigkeit der Kirche und der Einheit unserer Diözese die Zustimmung zur Weihe von Dr. Gerhard Wagner nicht geben." Diözesanbischof Ludwig Schwarz wollte dazu bisher keine Stellungnahme abgeben.

Massive Austrittswelle. Eine weitere Hiobsbotschaft gibt es für den Vatikan aus Linz: Die Diözese kämpft mit einer massiven Austrittswelle. Bei der Diözese Linz bestätigte man der Austria Presse Agentur, dass die bisher vorliegenden Zahlen "außergewöhnlich hoch" seien. In E-Mails würden viele Gläubige ihren Austritt mit der Ernennung Gerhard Maria Wagners zum Weihbischof begründen und den Papst wegen der Öffnung zu den Levebvre-Bischöfen kritisieren. Allein in der Stadt Linz traten laut ORF vergangene Woche 110 Katholiken aus, das sind fast viermal so viele wie im Vergleichszeitraum 2008, in dem 28 Personen der Kirche den Rücken kehrten.

Keine Interviews mehr. Wagner selbst wird bis auf weiteres keine Interviews mehr geben. Hochrangige Kirchenvertreter haben Wagner einen Maulkorb verpasst. Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser warnte unterdessen vor einem "Gesundschrumpfen" der Kirche in Richtung Sekte und machte klar, dass die Piusbruderschaft für ihn "nicht auf dem Boden der römisch-katholischen Kirche" stehe.


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Derzeit auch in Rom: Bischof Egon KapellariFoto © Reuters

Hirtenbrief von Kapellari

Der Grazer Bischof Egon Kapellari hat in einem Hirtenbrief an seine Diözese zur Einheit aller Katholiken aufgerufen. "Wir müssen wieder tiefer denken", so Kapellari. Er warnt anlässlich der aktuellen kirchlichen Turbulenzen vor "simplen Schwarz-Weiß-Malereien" und "einem militanten Ton von links und rechts".

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