Wagner-Kür: In Linz formiert sich der Widerstand
Während der künftige Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner derzeit in Rom weilt, herrscht in Linz der Ausnahmezustand: Die Dechanten der Diözese Linz lehnen Wagner mit großer Mehrheit ab und immer mehr "Schäfchen" kehren der Kirche den Rücken.

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Auch wenn der künftige Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner derzeit in Rom weilt, so herrscht um seine Person in Linz herrscht in Linz helle Aufregung: Ein informelles Treffen der Dechanten der Diözese Linz hat mit einer überraschend deutlichen Erklärung geendet: Die Dechanten lehnen den neuen Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner ab.
Fakten
Diese Stellungnahme wurde mit einer Mehrheit von 31 dafür und vier Stimmen dagegen angenommen. Es gab keine Enthaltungen. In der Diözese Linz gibt es 39 Dekanate.
"Empört, enttäuscht, verletzt".
Die nach dem Treffen veröffentlichte Erklärung lautet wörtlich:
"Als Dechanten in unserer Diözese Linz nehmen wir wahr, dass viele
Christinnen und Christen der Ernennung von Dr. Gerhard Wagner zum
Weihbischof zustimmen, dass aber auch sehr viele empört, enttäuscht
und verletzt sind. Im intensiven Gespräch der Dechanten stellte sich
klar die fehlende Akzeptanz von Dr. Gerhard Wagner für das
Bischofsamt heraus. Daher können wir aus Sorge um die Glaubwürdigkeit
der Kirche und der Einheit unserer Diözese die Zustimmung zur Weihe
von Dr. Gerhard Wagner nicht geben." Diözesanbischof Ludwig Schwarz wollte dazu
bisher keine Stellungnahme abgeben.
Massive Austrittswelle.
Eine weitere Hiobsbotschaft gibt es für den Vatikan aus Linz: Die Diözese kämpft mit einer massiven Austrittswelle. Bei der Diözese Linz
bestätigte man der Austria Presse Agentur, dass die bisher vorliegenden Zahlen
"außergewöhnlich hoch" seien. In E-Mails würden viele Gläubige ihren
Austritt mit der Ernennung Gerhard Maria Wagners zum Weihbischof
begründen und den Papst wegen der Öffnung zu den Levebvre-Bischöfen
kritisieren. Allein in der Stadt Linz traten laut ORF vergangene Woche 110 Katholiken
aus, das sind fast viermal so viele wie im Vergleichszeitraum 2008,
in dem 28 Personen der Kirche den Rücken kehrten.
Keine Interviews mehr.
Wagner selbst wird
bis auf weiteres keine Interviews mehr geben. Hochrangige
Kirchenvertreter haben Wagner einen
Maulkorb verpasst. Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser warnte unterdessen vor einem "Gesundschrumpfen" der Kirche in Richtung Sekte und machte klar, dass die Piusbruderschaft für ihn "nicht auf dem Boden der römisch-katholischen Kirche" stehe.
Features
Holocaust-Leugner
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Derzeit auch in Rom: Bischof Egon KapellariFoto © Reuters
Hirtenbrief von Kapellari
Der Grazer Bischof Egon Kapellari hat in einem Hirtenbrief an seine Diözese zur Einheit aller Katholiken aufgerufen. "Wir müssen wieder tiefer denken", so Kapellari. Er warnt anlässlich der aktuellen kirchlichen Turbulenzen vor "simplen Schwarz-Weiß-Malereien" und "einem militanten Ton von links und rechts".












