Weihbischof Wagner sorgt erneut für Aufregung
Der zuletzt heftig kritisierte neue Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner sorgt mit einer weiteren umstrittenen Aussage für neuerliche Aufregung. In einem "profil"-Interview tritt Wagner für eine Behandlung Homosexueller ein. Auf die Frage, ob Homosexualität heilbar sei und Homosexuelle behandelt werden sollten, antwortete er: "Dafür gibt es genügend Beispiele, nur davon spricht man nicht."
Bereits zuvor hatte die Bestellung Wagners in der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) eine "große Betroffenheit" ausgelöst. Außerdem kritisiert der Propst des Stiftes Herzogenburg, Maximilian Fürnsinn, die Ernennung Wagners. "Grundsätzlich ist es nicht sehr sinnvoll, wenn Menschen in solche Ämter berufen werden", sagte er im ORF-Interview.
Wagner würde wieder eine gewisse Spaltung oder ein Auseinanderdriften in einer Diözese erzeugen. Fürnsinn sieht Parallelen zu früheren Vorgängen in der Diözese St. Pölten: "Wir wissen, dass dadurch unglaubliche Entwicklungspotenziale für die Kirche verlorengegangen sind." Der Propst warnte überdies vor rechten Strömungen in der Kirche. "Die Entscheidung von Rom ist für uns nicht nachvollziehbar", erklärte KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt am Freitag gegenüber der APA.
Unbeeindruckt von den Angriffen auf ihn zeigt sich der Weihbischof im "Kurier"-Interview. "Das prallt an mir ab", sagt er. Er bekomme täglich "50 Briefe und 70 Mails von Menschen, die sich freuen und mich ermutigen", nur "ganz wenige" würden ihn "beschimpfen". Außerdem sei er "als Weihbischof nicht so wichtig, wie man jetzt tut. Dass Menschen auch seinetwegen aus der Kirche austreten, tut Wagner leid. Aber um die Zukunft der Kirche hat er keine Angst.












