Regierungskoalition gewinnt Regionalwahlen im Irak
Bei den friedlichsten Wahlen seit dem Sturz Saddam Husseins hat die Koalition des irakischen Ministerpräsidenten Al-Maliki möglicherweise deutliche Gewinne verbucht. Nach der Abstimmung für neue Kommunalparlamente erklärten die Führer von oppositionellen Schiitenparteien am Sonntag, die in Bagdad regierende Koalition des Rechtsstaats habe die Wahlen klar gewonnen.
Vorläufige Ergebnisse werden allerdings erst in einigen Tagen erwartet. Ein Vertrauter des Ministerpräsidenten sagte, die Koalition habe offenbar alle neun schiitischen Provinzen im Südirak gewonnen. Falls die Ergebnisse bestätigt werden, wäre es eine herbe Niederlage für die religiösen Parteien im Süden, die das Gebiet seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 regierten. Die Wahlbeteiligung war allerdings niedriger als erhofft. Offiziellen Angaben zufolge stimmten lediglich 51 Prozent der registrierten Wähler ab. Bei den Parlamentswahlen von 2005 waren 76 Prozent der Iraker in die Wahllokale geströmt.
Im bisher kurdisch dominierten Nordirak geht eine sunnitische Partei offenbar als Sieger aus der Wahl der neuen Regionalräte hervor. Damit könnten sich die ethnischen Spannungen zwischen Kurden und arabischen Sunniten in der Provinz Niniveh und deren Hauptstadt Mossul weiter zuspitzen.
In drei kurdischen Provinzen wird getrennt gewählt. Zudem wurde in der Ölstadt Kirkuk der Urnengang auf unbestimmte Zeit verschoben. So sollten Zusammenstöße von Kurden und Arabern verhindert werden, die sich hier um die Macht streiten.













