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    Zuletzt aktualisiert: 30.01.2009 um 20:32 UhrKommentare

    Holocaust-Eklat: Bischof Williamson entschuldigt sich

    "Werft mich ins Meer, dann wird es sich beruhigen".

    Foto © APA

    Der traditionalistische Bischof Richard Williamson, gegen den in Deutschland wegen Holocaust-Leugnung ermittelt wird, hat Papst Benedikt XVI. um Entschuldigung gebeten, ohne inhaltlich von den Aussagen abzurücken, die weltweit Empörung hervorgerufen haben. In einem am Freitag veröffentlichten Schreiben unterstrich der Brite, er bedauere zutiefst "das Leid", das er mit seiner "unnötigen" Äußerung dem Heiligen Vater verursacht habe.

    "Tief empfundener Schmerz". "Angesichts des schrecklichen Sturms, der durch meine unvorsichtigen Kommentare im schwedischen Fernsehen heraufbeschworen wurde, bitte ich Sie mit allem Respekt, den Ausdruck meines tief empfundenen Schmerzes wegen der von mir ausgelösten unnötigen Verunsicherungen und Probleme zu akzeptieren", heißt es in dem Schreiben, das an den kolumbianischen Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos gerichtet ist und von dem argentinischen Internetportal Panorama Católico Internacional verbreitet wurde. Der Kardinal ist im Vatikan für die Kontakte zu den Traditionalisten der Priesterbruderschaft St. Pius X. des verstorbenen Erzbischofs Marcel Lefebvre zuständig. Das Schreiben endet mit einem Bibelzitat aus dem Alten Testament: "Jonas sagte: 'Werft mich ins Meer, dann wird es sich beruhigen. Ich weiß, dass dieser Sturm nur meinetwegen über euch gekommen ist'." (Jonas, 1,12).

    Hindernis. Vatikansprecher Federico Lombardi wollte das Schreiben nicht kommentieren. Er sagte lediglich, der Vatikan habe von Williamson nichts "gefordert". Dieser sei kein "normaler" Bischof, die Aufhebung der Exkommunikation sei erfolgt, um ein Hindernis bei den Gesprächen mit der Pius-Bruderschaft zu beseitigen. Der Papst hatte am vergangenen Samstag die Aufhebung der Exkommunikation der vier traditionalistischen Bischöfe - Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galaretta - verfügt, die 1988 unerlaubt von dem 1991 verstorbenen Konzilsgegner und Gründer der Pius-Bruderschaft, Erzbischof Lefebvre, geweiht worden waren.

    Leugnung. Williamson hatte während eines Deutschland-Aufenthalts in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen geäußert: "Ich denke, dass 200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben sind, aber nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern". Da Holocaust-Leugnung in Deutschland ein Offizialdelikt ist, hat die Staatsanwaltschaft Regensburg am Freitag voriger Woche ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Der Generalobere der Pius-Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay, erklärte am Dienstag, er habe Williamson verboten, öffentlich über historische oder politische Fragen zu sprechen. Seine Ansichten gäben in keiner Weise die Position der Gemeinschaft wieder.

    Schwerwiegend. Vatikansprecher Lombardi erklärte am Freitag, wer den Holocaust leugne, "der leugnet den christlichen Glauben selbst". "Und das ist umso schwerwiegender, wenn es aus dem Mund eines Priesters oder eines Bischofs kommt." Kardinal Christoph Schönborn hat in einem ORF-Interview erklärt: "Wer die Shoah leugnet, kann nicht in seinem kirchlichen Amt rehabilitiert werden". Der Wiener Erzbischof betonte, dass die Absicht des Papstes "eine Versöhnung mit dieser Gruppe" und eine "Geste des Entgegenkommens" gewesen sei. Die vier Bischöfe seien allerdings "noch nicht in Amt und Würden". Solange sie "das Zweite Vatikanische Konzil nicht anerkennen, wird es keine Versöhnung geben".


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