Islam-Lehrer: Häupl überlegt legislative Maßnahmen
Die Debatte um die Studie zu den Islam-Lehrern in Österreich hat am Donnerstag auch den Wiener Gemeinderat erreicht. Bürgermeister Häupl kündigte an, sich kommende Woche mit Unterrichtsministerin Schmied treffen zu wollen, "um zu überlegen, was kann man da legislativ machen".
Schließlich ließen einen die Ergebnisse, wonach ein Fünftel der Befragten die Demokratie als unvereinbar mit dem Islam ablehne, nicht ruhig schlafen: "Wenn ich so eine Studie von autochthonen österreichischen Lehrern hätte, würde mich der Schlag treffen."
Allerdings könne man rechtlich in so einem Falle leichter eingreifen. Auf Anfrage der Grünen sprach sich der Bürgermeister zwar dafür aus, dass es im Zuge der Ausbildung für Religionslehrer allgemeine Standards geben sollte. Ihm sei jedoch bewusst, dass dies einen komplexen Prozess nach sich ziehen würde. "Am Ende werden wir vor einer Diskussion stehen: 'Werden wir das Konkordat ändern oder nicht", warnte Häupl.
Die Studie, wonach 21,9 Prozent der in Österreich tätigen Islam-Lehrer die Demokratie ablehnen, sorgt weiterhin für Aufregung bei den Parteien. BZÖ-Menschenrechtssprecher Gerald Grosz forderte am Donnerstag eine Änderung des Religionsunterrichtsgesetzes. Um radikale Tendenzen im islamischen Religionsunterricht zu vermeiden, solle in Zukunft der Staat und nicht die Religionsgemeinschaften entscheiden, wer als Religionslehrer zugelassen wird, forderte Grosz.
Die SPÖ pocht auf eine "umfassende Erklärung" seitens der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Laut Bildungssprecher Elmar Mayer müsse sichergestellt werden, dass keine fundamentalistische oder demokratiefeindliche Haltung in den Schulen zum Ausdruck gebracht werde. Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, will indes eine "generelle Diskussion" über die Inhalte des Religionsunterrichts sowie die dienstrechtliche Stellung der Lehrpersonen.












