SOS-Kinderdorf für Friedensnobelpreis nominiert
Sechzig Jahre nach der Gründung des ersten Kinderdorfs in Imst in Tirol schlägt die Bundesregierung die SOS-Kinderdörfer neuerlich für den Friedensnobelpreis vor. Der Beschluss soll am Dienstag im Ministerrat gefasst werden. Mehrmals nominiert, gehörte SOS-Kinderdorf bereits vor fünf Jahren zu den aussichtsreichsten Kandidaten im Rennen um den prestigeträchtigen Preis für Friedensbemühungen.
Nominiert war SOS-Kinderdorf unter anderem in den Jubiläums-Jahren 1999 und 2006. Vom 1986 verstorbenen Vorarlberger Hermann Gmeiner in der Nachkriegszeit gegründet, gibt es mittlerweile allein in Österreich elf Kinderdörfer. International ist die Organisation in 132 Ländern und Territorien weltweit tätig - seit einigen Jahren auch im Grenzort Rafah im krisengeplagten Gazastreifen.
In den SOS-Kinderdörfern finden Waisen oder Kinder aus schwierigen Verhältnissen ein Zuhause. Neben medizinischer Betreuung werden auch Flüchtlings-, Jugend- und Arbeitsprojekte durchgeführt.
Der Friedensnobelpreis wird alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) überreicht. Während das Gremium die Namen der vielen Nominierten traditionell geheim hält, teilen die Nominierenden ihre Kandidaten mit. Vorschlagsberechtigt sind neben ehemaligen Preisträgern auch Parlamentsabgeordnete und Regierungsangehörige aller Staaten, aber auch Organisationen oder Universitäts-Professoren. Eine Nominierung bedeutet nicht, dass das Nobelkomitee hinter dem Vorschlag steht.
Erst zweimal erhielten Österreicher die renommierte Auszeichnung: 1905 die Schriftstellerin Bertha von Suttner und 1911 der Journalist Alfred Hermann Fried.











