Hauptverbands-Chef will neue Qualitätskontrolle
Der neue Vorsitzende des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Schelling, will bei der Vertragsgestaltung mit niedergelassenen Ärzten "Qualitäts- und Objektivierungsmaßnahmen" diskutieren. Die Möglichkeit Kassenverträgen zu kündigen, sprache er zwar nicht konkret an, zog aber einen Vergleich zu privatrechtlichen Verträgen: Dort stehe üblicherweise drinnen "Auflösung aus wichtigen Gründen".
Der am Donnerstag zum Nachfolger von Erich Laminger bestellte Schelling gab sich im APA-Interview freilich betont konsensorientiert: "Grundsätzlich halten wir einmal fest, dass mit den Ärzten eine gute Partnerschaft besteht und dass wir bemüht sein werden, hier zu einer Vertragsrechtsregelung zu kommen, die für beide Seiten tragbar ist", sagte er.
Gleichzeitig pochte er auf Änderungen: "Bisher ist es ja so, dass die Ärztekammer ihre Qualität selbst kontrolliert. Das wäre ungefähr so, wenn die Wirtschaftskammer die Arbeitsinspektoren im eigenen Bereich hätte und dann entscheidet, wo schicken wir wen hin, was kontrollieren wir und wen strafen wir".
Auch die bei der letztlich gescheiterten Gesundheitsreform des Vorjahres von den Ärzten scharf bekämpfte "aut idem"-Regelung (Substanzverschreibung durch den Arzt und Auswahl des günstigsten Generikums durch den Apotheker) will Schelling erneut diskutieren: "Aut idem ist ja in vielen Ländern erfolgreich eingesetzt."












