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Zuletzt aktualisiert: 17.01.2009 um 21:00 UhrKommentare

Eindeutiges Votum für Glawischnig

Langjährige "Kronprinzessin" wurde von 97,4 Prozent der Grünen auf den Chefsessel gehoben.

Eva Glawischnig

Foto © APEva Glawischnig

Sechseinhalb Jahre hat sie in der zweiten Reihe verbracht. Jetzt hat die Kärntnerin Eva Glawischnig, die Ende Februar 40 wird, die Spitze der Grünen erklommen. Das war am Samstag, beim ersten Tag des 30. Grünen-Bundeskongresses in der Messehalle 2 in Klagenfurt - wohin es die Grünen wegen der Kärntner Wahl am 1. März gezogen hat - nicht überraschend. Denn es gab keine Gegenkandidaten. Verblüffend war der Grad der Zustimmung: Sie wurde von 97,4 Prozent oder mit 228 der 234 gültigen Stimmen gewählt.

Hohe Zustimmung. "Das zeigt die höhere Weisheit der Delegierten", meinte ein grüner Prominenter, der aber nicht genannt werden will. Der grüne Bundessekretär Lothar Lockl sprach trocken von "einem Signal für Geschlossenheit". Die Delegierten hätten Glawischnig, die davor in ihrer Bewerbung um das höchste Amt "von schwierigen Zeiten, die auf uns zu kommen" gesprochen hat, "eine faire Chance" gegeben.

30-minütige Rede. Die neue "Sprecherin des Bundesvorstandes" der Grünen, wie das Amt laut Statuten heißt, hat vor ihrer Kür in einer knapp 30-minütigen Rede allerlei Gründe genannt, warum "die Grünen für Österreich unverzichtbar sind". Grün sei nach wie vor "die Zukunftspartei" und die "einzige Antwort" auf die aktuelle Wirtschafts- und Gas-Krise. "Für die Energie- und Denkwende braucht es die Grünen", meinte sie. Konkret verlangte Glawischnig erneut den Ausstieg aus fossiler Energie und einen Baustopp für weitere Gaskraftwerke. "Allein das Kraftwerk Mellach braucht pro Stunde so viel Gas wie 100 Haushalte im Jahr", behauptete sie.

Streit um Europa-Kurs. Gemessen am Wahlergebnis erhielten auch ihre Behauptungen, die Grünen seien "das einzige Bollwerk gegen Rechtsextremismus der FPÖ" oder einziger Garant für "die Frauen-Gleichstellung" wenig Applaus. Glawischnig erklärte schließlich, sie wolle "nicht autokratische Parteichefin" sein, sondern die Meinungen der Bewegung vertreten. Anschließend verabschiedete sich Alexander Van der Bellen in einer launigen Rede nach elf Jahren als Grünen-Chef.

Spitzenkandidat für die Europawahl. Dann ging es wegen der am Sonntag fälligen Entscheidung über den Spitzenkandidaten für die Europawahl im Juni zur Sache. Das Thema war, zunächst nicht geplant, von Delegierten erzwungen worden. Sie befürchten in der heute drohenden Abwahl von Johannes Voggenuber zu Gunsten von Ulrike Lunacek einen Kurswechsel in der Europapolitik.

WOLFGANG SIMONITSCH

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