Randale bei Kundgebung gegen Regierung in Lettland
Im Anschluss an eine Großkundgebung gegen die Regierung in Lettland hat es am Dienstagabend Ausschreitungen gegeben. Am späten Nachmittag hatten zunächst 10.000 Menschen auf dem Rigaer Domplatz friedlich den Rücktritt der Regierung und die Auflösung des Parlaments gefordert. Sie waren dem Aufruf von Oppositionsparteien, Gewerkschaften und Verbänden gefolgt.
Danach attackierte eine aufgebrachte Menge von bis zu 1.000 Menschen, großteils Jugendliche, das von der Polizei umstellte Parlamentsgebäude mit Steinen und Flaschen. Laut Medienberichten versuchten einige Personen, in das Parlament einzudringen. Dabei seien etliche Fensterscheiben zertrümmert worden. Die Polizei setzte beim Zurückdrängen der Menge Schlagstöcke und Tränengas und Gummigeschosse ein.
Mindestens acht Personen wurden verletzt, darunter ein Polizist. Eine bisher unbekannte Anzahl Personen wurde festgenommen. In der Folge wurden Polizeiautos umgeworfen und beschädigt, es sollen auch Geschäfte geplündert worden sein. Die in den Berichten als "aggressiv" und "betrunken" beschriebenen Jugendlichen riefen Slogans wie "Nieder mit dem Parlament".
Der Unmut der Letten gegen die Regierung beruht auf der kritischen Wirtschaftslage des Landes. Ein Teil der öffentlichen Angestellten lief in den vergangenen Wochen Gefahr, keine Löhne mehr ausbezahlt zu erhalten. Godmanis und seine Regierung verpflichteten sich im Dezember als Gegenleistung für einen internationalen Kredit in der Höhe von 7,5 Mrd. Euro gegenüber der EU und dem Internationalen Währungsfonds zu Steuererhöhungen und zu drastischen Sparmaßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaftslage.
Präsident Zatlers lehnte bisher die Auflösung des Parlaments ab, sprach sich jedoch für die Schaffung eines ausgewogeneren Wahlrechts aus.












