Vorläufig kein Reaktor-Neustart in Bohunice
Der zweite Reaktorblock im Atomkraftwerk V-1 in Jaslovske Bohunice wird vorläufig nicht wieder in Betrieb genommen. Das sagte der slowakische Wirtschaftsminister Jahnatek am Dienstag im Anschluss an eine Sitzung des Gas-Krisenstabes in Preßburg. Ministerpräsident Fico erklärte, die Slowakei werde abwarten.
Derzeit laufen laut Fico Konsultationen mit der EU-Kommission. Diese zeige Verständnis für die schwierige Lage der Slowakei und habe Bratislava auf die rechtlichen Konsequenzen einer eventuellen Einschaltung des zweiten Blocks aufmerksam gemacht. "Wir werden der EU-Kommission weitere Informationen über die Lage in der Slowakei zur Verfügung stellen", sagte der Premier.
Fico fügte hinzu, die slowakische Regierung habe internationale Kernenergie-Experten nach Jaslovske Bohunice eingeladen, um den eventuellen Neustart des Reaktorblocks zu monitoren. Er sei täglich in Kontakt mit dem österreichischen Bundeskanzler Faymann und informiere ihn über die Situation.
Faymann betonte am Dienstag nach dem Ministerrat, ein Hochfahren des AKW Bohunice wäre ein "glatter Bruch" des EU-Beitrittsvertrages. Sollte das Atomkraftwerk wider Erwarten in Betrieb genommen werden, solle die Europäische Kommission wegen Vertragsbruchs einschreiten. Auch Vizekanzler Pröll betonte, dass Verträge einzuhalten seien.
Die EU-Kommission ist nach eigenen Angaben bereit, ein Verstoßverfahren gegen die Slowakei einzuleiten, falls diese das stillgelegte Atomkraftwerk Jaslovske Bohunice doch reaktiviert. Umweltminister Berlakovich hat am Dienstag die Ankündigung der slowakischen Regierung begrüßt, den stillgelegten zweiten Reaktorblock der Anlage V-1 im Atomkraftwerk Bohunice vorerst nicht wieder in Betrieb zu nehmen. Der massive Widerstand Österreichs habe sich gelohnt und Wirkung gezeigt, so der Umweltminister.












