Castros neueste Botschaft wirkt wie endgültiger Abschied
"Niemand dürfe sich von meinen Artikeln oder "meiner schweren Krankheit oder meinem Tod von der Arbeit abhalten lassen", so der Revolutionsführer.

Foto © APATreffen mit dem venezolanischen Präsidenten Chavez 2007
Der kubanische Revolutionsführer Fidel
Castro hat sich pessimistisch über seine persönliche Zukunft geäußert.
"Denke nach". Einen Tag nach einer positiven Würdigung des neuen US-Präsidenten Barack Obama schrieb Castro am Donnerstag in einer weiteren Online-Kolumne auf der offiziellen Internetseite Cubadebate, er schätze sich glücklich, dass er in der Lage sei, über aktuelle Ereignisse nachzudenken. "Ich erwarte, dass ich dieses Privileg in vier Jahren nicht mehr genieße, wenn Obamas erste Amtszeit beendet
ist", fügte der 82-Jährige in seinen "Reflektionen von Genosse Fidel"
hinzu.
Abschied? Die Erklärung wirkt teilweise wie ein Abschied. Castro schrieb, er
habe die Häufigkeit seiner Kolumnen wie geplant reduziert, um die
Entscheidungsprozesse in Partei und Regierung nicht zu stören. Kubas
langjähriger Staatschef Fidel Castro forderte die kubanische
Regierung und die kommunistische Partei des Landes auf, ihre Arbeit
auch im Falle seines Todes fortzuführen. "Mir geht es gut", schrieb
der 82-Jährige in dem Beitrag. Niemand dürfe sich jedoch von seinen
Artikeln oder "meiner schweren Krankheit oder meinem Tod" von der
Arbeit abhalten lassen.
Spekulationen. Castro hatte am Mittwoch anlässlich seines Treffens mit der
argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner seinen ersten
Leitartikel seit gut einem Monat veröffentlicht. Mit dem Artikel und
dem Treffen mit Kirchner trat der 82-jährige Castro Spekulationen
entgegen, sein Gesundheitszustand habe sich weiter verschlechtert.
Features
"Verschwunden"
Angaben zum Gesundheits-
zustand machte Chavez nicht. Castro wurde zum
letzten Mal im Jahr 2006 in der Öffent-
lichkeit gesehen. Die Macht in
Kuba hat seit Jahren sein jüngerer Bruder Raúl.
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