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Zuletzt aktualisiert: 11.01.2009 um 22:12 UhrKommentare

Zehntausende Berliner erinnerten an Rosa Luxemburg

Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonntag in Berlin an die vor 90 Jahren ermordeten Gründer der kommunistischen Partei in Deutschland, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, erinnert. An der traditionellen Veranstaltung an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Friedhof Friedrichsfelde nahmen rund 23.000 Menschen teil. Sie legten rote Nelken auf die Gräber von Luxemburg und Liebknecht.

Eröffnet wurde das Gedenken vom Vorsitzenden der Partei Die Linke, Lothar Bisky, und Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi. Rund 7.800 Menschen gingen in einer Demonstration linker und autonomer Gruppen zum Friedhof. Der Zug verlief laut Polizei friedlich. Die beiden KPD-Führer waren am 15. Jänner 1919 von Freikorps-Soldaten in Berlin erschossen worden.

Die Linke sprach von 80.000 Teilnehmern an der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof. Gysi sagte, Luxemburg und Liebknecht seien zwei große Deutsche gewesen. Das alljährliche Erinnern an ihren Tod habe daher "nichts mit DDR-Nostalgie" zu tun. Der zweite Vorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, war am Wochenende beim Wahlkampf in Hessen. An der Veranstaltung nahm auch der Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten, der Schauspieler Peter Sodann, teil. 

Unter den Besuchern war zudem der frühere DDR-Staatschef Egon Krenz. In den vergangenen Jahren waren laut Polizei jeweils bis zu 20.000 Besucher an die Gedenkstätte gekommen. Die Teilnehmerzahl ist kontinuierlich zurückgegangen, nachdem 2002 noch von 50.000 die Rede gewesen war.

Die Spitze der Linken verharrte auch an einem Gedenkstein für Opfer des Stalinismus. Gegen diese Ehrung hatte sich vorher die Vertreterin des kommunistischen Flügels der Partei, Sahra Wagenknecht, gewandt. In der DDR war das traditionelle Gedenken an die Gründer der KPD eine offizielle Veranstaltung, die von der SED organisiert wurde. Im Januar 1988 sorgten knapp zwei Jahre vor dem Mauerfall Bürgerrechtler auf dem Friedhof für Aufsehen, weil sie für Meinungsfreiheit demonstrierten.

Quelle: APA

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