Mehr Neue Mittelschulen für Vorarlberg
Vorarlberg soll ab Herbst mehr als die derzeit 23 Neuen Mittelschulen (NMS) führen dürfen. Darin sind sich SPÖ und ÖVP einig - allerdings nicht über den Weg dorthin. Anfang Dezember wurden die 28 Vorarlberger Neuanträge für die NMS im nächsten Schuljahr aufgrund der gesetzlichen Höchstgrenze von zehn Prozent der Standorte von der zuständigen Kommission im Unterrichtsministerium abgelehnt.
Am Montag wollen Unterrichtsministerin Schmied (SPÖ), der Vorarlberger Schullandesrat Stemer (ÖVP) und die Bildungssprecher von SPÖ und ÖVP, Elmar Mayer und Werner Amon, gemeinsam nach einer Lösung suchen. Mögliche "technische bzw. juristische" Lösungen laut Stemer: Die Zehnprozentklausel könnte nicht für die einzelnen Länder, sondern nur noch bundesweit gelten. Eine weitere Möglichkeit sei, dass man "die Modellregion Vorarlberg den Prozess unter wissenschaftlicher Begleitung fortführen lässt". So könnte man nach Stemers Vorstellung die pädagogischen Entwicklungen an den Vorarlberger Schulen in ein separates Modell überführen.
Aus Sicht von SPÖ-Bildungssprecher Mayer wäre die Aufhebung der Zehnprozentgrenze für die Bundesländer nur ein Kompromiss. Die "beste und sauberste Lösung" sei es, die NMS als Schulform im Regelschulwesen zu etablieren.
Amon ist zwar "sehr optimistisch", dass Vorarlberg die gewünschten zusätzlichen Standorte genehmigt werden können. Er pochte gegenüber der APA allerdings auf eine Regelung innerhalb der bestehenden Gesetze.
Der Grüne Bildungssprecher Walser sieht indes nicht die Zehnprozentgrenze als Problem der NMS in Vorarlberg, sondern die inhaltliche Ausgestaltung. Aus der Sicht des ehemaligen Direktors einer Vorarlberger AHS handelt es sich bei der NMS im Ländle um eine "dritte Schulform" neben Hauptschule und AHS, da wesentliche Elemente des Schulversuchs (Aufhebung der Leistungsgruppen, gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne AHS-Reife etc.) nicht umgesetzt würden.
In Vorarlberg gibt es 55 Hauptschulen, 23 davon werden schon jetzt als NMS geführt. Sollten die 28 Neuanträge noch genehmigt werden, würden damit 51 der 55 Hauptschulen an diesem Schulversuch teilnehmen.












