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Zuletzt aktualisiert: 26.12.2008 um 10:54 UhrKommentare

Ahmadinejad-TV-Rede empört Briten

Die Queen ist zu Weihnachten zwar Konkurrenz im Fernsehen gewöhnt. Dass jedoch ausgerechnet einer der weltweit umstrittensten Politiker gegen sie antrat - darüber mag auch die Königin "not amused" gewesen sein. Der britische Sender Channel 4 strahlte heuer eine Rede des iranischen Präsidenten Ahmadinejad aus - als Alternative zur traditionellen Weihnachtsansprache von Königin Elizabeth II.

Was der Sender als "alternative Weltanschauung" präsentierte, hielten andere für beleidigend und skandalös. Dass ausgerechnet ein Hardliner wie Ahmadinejad, der wegen seiner Israel-Feindschaft auf der ganzen Welt in der Kritik steht, eine Grußbotschaft zur besten Sendezeit in einem der bekanntesten Fernsehsender des Landes vermitteln durfte, nannten Menschenrechtler, Israelis und viele britische Politiker geschmacklos. Einem Mann, der gegen Juden hetze und die Menschenrechte missachte, würde damit auch eine gewisse Legitimierung gegeben.

Dabei zeigte sich der iranische Präsident bei seiner Ansprache gütig und friedliebend. Neben einem Blumenstrauß sitzend sprach Ahmadinejad von "Frieden", "Liebe" und "Bruderschaft". Der allgemeine Wille der Nationen sei es, zu "menschlichen Werten" zurückzufinden. Er beglückwünschte die Briten zur Geburt Jesu und wünschte ihnen ein frohes neues Jahr. Nur Passagenweise wurde seine Weltanschauung deutlich: Wenn Jesus heute auf der Welt wäre, so Ahmadinejad, dann würde er gegen "Kriegstreiber, Besatzer, Terroristen und Tyrannen" kämpfen. Klar für viele, dass damit die USA und ihre Verbündeten gemeint waren.

Die im Voraus verbreitete Botschaft löste umgehend Empörung aus. Die britische Regierung sprach von einer Beleidigung, die sowohl im Königreich als auch im Ausland für Irritationen sorge. Israelische Vertreter fanden schärfere Worte. "Es ist pervers, dass diesem Despoten erlaubt wird, über Jesus' Ansichten zu spekulieren, während seine Regierung Christen an den Galgen führt", sagte der israelische Botschafter in London, Ron Prosor. Auf der Suche nach Zuschauerquoten und dem "Schockfaktor" habe Channel 4 jede Ethik verloren.

Quelle: APA

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