Geschenke, die um die Welt gehen
Teurer Schmuck und Trockenfrüchte bekamen US-Repräsentanten heuer geschenkt. Gaben bei Staatsbesuchen sind überhaupt so eine Sache . . .

Foto © ReutersSchwierige Zeiten zu Weihnachten: George Bush
Könige haben sie mit Schmuck überhäuft: Condoleezza Rice, die scheidende US-Außenministerin bekam im vergangenen Jahr Juwelen für hunderttausende Euro geschenkt. König Abdullah von Saudi Arabien gab ihr unter anderem Schmuck aus Diamanten und Rubinen im Wert von rund 118.000 Euro. Jordaniens König Abdullah II. griff noch tiefer in seine Schatzkiste: Er schenkte "Condi" ein mit Diamanten und Smaragden verziertes Schmuckset, dessen Wert auf 147.000 Euro geschätzt wird.
Früchte und Nüsse.
All die Pretiosen stehen auf der Geschenkeliste, die das US-Außenministerium jetzt veröffentlicht hat. Aus ihr geht auch hervor, was die Noch-First-Lady Laura Bush vom Dalai Lama, dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, überreicht bekam: Eine Auswahl an getrockneten Früchten und Nüssen. An letzteren dürfte sie sich weniger die Zähne ausgebissen haben als an der Tatsache, dass der Schmuck, den ihr der saudi-arabische König Abdullah zukommen ließ nur halb so viel gekostet hat wie jener für Ministerin Rice.
Bitterer Reis. Aber George W. Bush, US-Präsident mit Ablaufdatum 20. Jänner, musste sich mit viel Geringerem begnügen: Der schwedische Ministerpräsident Frederick Reinfeldt hat ihm eine Elektro-Säge mit Komfortgriffen mit. - Zum Heckenstutzen. Ein Schelm, wer da gleich denkt, dass man eine Hecke auch als Busch bezeichnen kann.
Was Geschenke betrifft, ist George W. aber ohnehin Kummer gewöhnt: Cowboystiefel, Sättel
und Hüte stapeln sich (derzeit noch) im Weißen Haus. Der Mexikaner Vincente Fox ließ seine Stiefel im Jahr 2002 aus Straußenleder fertigen. John Howard brachte Schuhwerk aus einem Mix von Krokodil-, Känguru- und Emuleder aus Australien mit.
Pech für Bush - und noch viel trauriger für Außenminsterin Rice: Die kostbaren Gaben bleiben im Staatseigentum, wo sie über lang oder kurz zu Museumsgegenständen werden.
Für die Queen.
Anders sieht die Sache in Großbritannien aus. Wenigstens, was Geschenke an die Königin betrifft: Elizabeth II. darf behalten, was Gäste aus aller Welt vorbei bringen. Passendes zu finden, macht Besuchern aber oft monatelang Kopfzerbrechen. Die Monarchin hat ja schon alles. Ihr zu gefallen, ist gar nicht leicht. - Obwohl man munkelt, dass sie sich über Dinge wie mit dem Kopf wackelnde Kunststoff-Corgis königlich amüsieren kann.
Elizabeth II. lebende Corgis zu schenken, ist dagegen verpönt. 2006 als die Regentin ihren 80. Geburtstag feierte, bat das britische Außenministerium ausdrücklich darum, davon abzusehen. Von Pferden war nicht die Rede. Möglicherweise ist das ein Grund, weshalb die Queen heuer bei ihrem Staatsbesuch in Slowenien einen Lipizzaner geschenkt bekam. Favory Canissa XXII. darf übrigens in Lipica bleiben.
So einfach ist das nicht immer. Manchmal machen Gastgeschenke mehr Probleme. So ist Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse im Vorjahr nach China gereist. Er brachte einen fünf Jahre alten Elefantenbullen als Geschenk mit. Der flog, wie das Staatsoberhaupt, mit der Präsidentenmaschine, was für keinen der beiden angenehm gewesen sein dürfte.
Elefant im Privatjet.
Tierisch war vor ein paar Jahren auch das Gastgeschenk des kirigisischen Präsidenten Askar Akajew. Norwegens König Harald V. und dem damaligen Premier Kjell-Magne Bondevik brachte er 2003 zwei Welpen der aussterbenden Windhundrasse Taigan mit. Aber weder der König noch der Ministerpräsident wollten Hundebesitzer werden, was einige Diplomaten regelrecht zum Winseln brachte.
Russlands Ex-Präsident nun nunmehriger Ministerpräsident Wladimir Putin ist längst auf den Hund gekommen. Yoshiro Mori, damals Japans Regierungschef, brachte ihm 2000 noch einen mit: einen Roboterhund, der angeblich Russisch bellen kann.












