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Zuletzt aktualisiert: 20.12.2008 um 21:30 UhrKommentare

Wo Parteien Problemlöser sind

Sora-Umfrage sieht SPÖ in Gesundheitsversorgung vorne, das BZÖ bei den Gratis-Kindergärten.

Für Politologen, Meinungsforscher, Funktionäre und Politikinteressierte ist es ein klarer Fall: Jede Partei hat ihre Kernkompetenzen bzw. jeder Partei werden von der Bevölkerung gewisse Themen zugeordnet. Die von 11. November bis 8. Dezember unter 1000 wahlberechtigten Kärntnern durchgeführte Sora-Umfrage (im Auftrag der SPÖ) fragte nach den Problemlösungskompetenzen der Parteien.

Auffallend. Auffallend: In Sachen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit liegt jetzt die SPÖ mit 34 Prozent vor dem BZÖ (25 Prozent). Bei der letzten Umfrage im April lagen noch die Orangen mit 32 Prozent vier Punkte vor den Roten. Bei den Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise liegen BZÖ (19) und SPÖ (21) sehr nahe, die ÖVP als Wirtschaftspartei kommt auf nur zwölf Prozent. Immerhin 46 Prozent der Kärntner sehen in Sachen Wirtschaftskrise bei keiner der Parteien Problemlösungskompetenz bzw. wollten sich nicht äußern. In "ihrem" Thema Gesundheitsversorgung kann sich die SPÖ mit 47 Prozent (BZÖ 13, ÖVP 5) klar behaupten. Der kostenlose Gratiskindergarten hingegen wird mit 38 Prozent (24 SPÖ, acht ÖVP) eindeutig dem BZÖ zugeordnet. Beim leistbaren Wohnen liegt wiederum die SPÖ mit 36 Prozent vor dem BZÖ mit 27 Prozent.

Draht zum Volk verloren. Sora-Chef Günther Ogris streicht einen anderen Themenblock hervor: 56 Prozent der Kärntner seien der Ansicht, dass das BZÖ ohne Jörg Haider den Draht zur Bevölkerung verloren habe, allerdings lehnen 37 Prozent diese Aussage ab. 55 Prozent sind der Meinung, dass das BZÖ "von der Vergangenheit lebt und ohne Haider keine Zukunft hat", 40 Prozent (quasi das BZÖ-Wählerpotential) lehnt diese Aussage ab.

Näherrücken. In der Sonntagsfrage zeichnet sich - im Gegensatz zu anderen Umfragen - laut Sora-Ergebnis ein Naherrücken der SPÖ an das BZÖ ab: Das BZÖ liegt bei 41 Prozent, die SPÖ bei 38, ÖVP 11, Grüne sechs und FPÖ 2 Prozent.

Prognose. Wie sich die Sache bis zum 1. März entwickeln könnte? Ogris sieht "die Lage als labil an, weil sich die Emotionen abschwächen können. Weihnachten und Neujahr können die Stimmungen nach Haiders Tod im Oktober überlagern." Zudem hätte sich bei der Wahl 2004 gezeigt, zu welch starken Verschiebungen es im Wahlkampf selbst noch kommen kann.

ANDREA BERGMANN

KLEINE.tv

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