Korruption: Internationale Kritik an Österreich
Kein gutes Zeugnis bekommt Österreich in dem langerwarteten Bericht der Staatengruppe gegen Korruption des Europarates (GRECO).

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Bereits vor Monaten hatte es geheißen, der
Bericht werde nicht gut ausfallen. Das hat sich mit der
Veröffentlichung am Freitag bestätigt. Demnach befinde sich
Österreich trotz einiger interessanter Initiativen "noch immer in
einem frühen Stadium des Kampfes gegen die Korruption". Die Polizei
und die Staatsanwaltschaften würden als "nicht unabhängig genug
und/oder stark politisiert wahrgenommen".
Probleme. Die Probleme werden in vielen Bereichen geortet. Grundsätzlich
sieht die GRECO zwar keine weit verbreitete Korruption, gleichzeitig
aber auch mangelndes Problembewusstsein. Es gebe abgesehen von der
Reform des Strafrechts und der Strafprozessordnung "kein besonderes
Anti-Korruptionsprogramm der Regierung". Und weiter: "Kein Sektor
scheint immun gegen Korruption." Allerdings werden die Veränderungen
im Strafrecht begrüßt.
Mitarbeiter. Weiters führt die GRECO an, dass es wichtig wäre, wenn auch die
Mitarbeiter von Unternehmen im Staatseigentum von den
strafrechtlichen Bestimmungen zur Bestechung von Amtsträgern erfasst
würden. Als Beispiel wird die Bundesimmobiliengesellschaft genannt,
die unter anderem auch Aufträge vergibt. Mitglieder von
Vertretungskörpern sollten ebenfalls von den
Anti-Korruptionsbestimmungen umfasst sein wie Amtsträger. Eine
aufeinander abgestimmte Vorgangsweise beim Thema Korruption gebe es
nicht, so die GRECO.
Polizei. Kritisiert wurde weiters, dass sich der Eindruck starker
Politisierung bei Polizei und Anklagebehörden durch einige Fälle,
über die berichtet worden sei, "offenbar noch weiter verstärkt" habe.
Genannt wird weiters das Proporz-System: "Politische Unterstützung"
könne noch immer "zu einer Beschleunigung der Karriere bei
Staatsanwälten oder Polizeibeamten (oder Richtern in geringerem
Ausmaß) beitragen". Das Büro für Interne Angelegenheiten (BIA) im
Innenministerium bleibe angreifbar durch die Möglichkeit des
Ministers, Anweisungen zu erteilen. Die Ressourcen der
Sonderstaatsanwaltschaft für Korruption würden minimal erscheinen.
Immunität. Auch die Handhabung der Immunität von Abgeordneten gibt der GRECO
Anlass zur Sorge. Konkret wird die Entscheidung des Nationalrates
kritisiert, Peter Westenthaler (B) nicht der Strafverfolgungsbehörde
auszuliefern, als dieser unter Verdacht stand, in der Causa Bawag
interveniert zu haben. Es sollten Anleitungen entwickelt werden, die
konkrete und objektive Kriterien zur Handhabung der Immunität
beinhalten.
Kein Schutz. Bekrittelt wird in dem Bericht auch, dass es zwar die Gesetzgebung
zur Abschöpfung gebe, diese in den drei Jahren vor dem Besuch des
Evaluierungsteams der GRECO aber "in keinem einzigen Korruptionsfall
angewandt wurde". Beamte, die Korruptionsfälle melden, sollten zudem
nach den Vorstellungen der Staatengruppe entsprechende
Schutzmaßnahmen erhalten. Auch diese fehlen.
Features
Fakten
Insgesamt gab die GRECO
24 Empfehlungen ab, unter anderem die
Durchführung einer Studie zur Verbreitung und der Art der Korruption.
Die Rolle des BIA und seine Zuständigkeit sollte klargestellt werden.
Das Dienstrecht der Staatsanwälte sollte dem der Richter angenähert
werden. Im Kampf gegen die Geld-













